Diplomats – Disney Remixed

Eastcoast, HipHop, News No Comments

Die Diplomats haben in einer größeren Guerilla-Marketing Aktion eine Disney Channel Remixed CD veröffentlicht. Einige Leute in den USA haben nicht schlecht geschaut, als sie für ihre Kinder eine Disney CD gekauft haben, dann aber auf einmal Diplomats Sounds zu hören waren. Das erinnert doch ein bisschen an die legendäre Aktion von Banksy, der gefakte Britney Spears CDs im Virgin Store untergebracht hat. Ein Bild des ganzen will ich euch auch nicht vorenthalten:

Diplomats Disney CD

Als Goodie bekommt ihr noch einen Track aus dem neuen CNN Album.
On our grind
(Martin)

“You got your iPhone first?”

Eastcoast, HipHop No Comments

“Yeah that’s nice – but didn’t you feel stupid when they dropped the price?” Oder auch: “This might be the only song that doesn’t feature T-Pain.” Aus dem Reigen der unvermeidlichen, immer gleichen Jahresrückblicke sticht seit jeher Skillz mit seinem alljährlichen “Wrap-Up” hervor, auf dem mal wieder alles und jeder auf die Fresse kriegt. Dieses Jahr sind u.a. Amy Winehouse, Britney, 50 Cent, Akon und OJ Simpson dran, “durch den Kakao gezogen zu werden”, um mal eine zu Recht tote Redewendung zu bemühen. Der Beat ist schlimm, der Flow ist aus den Tagen, als man einen ironischen Jahresrückblick noch alleine mit Vanilla Ice-Disses hätte füllen können – aber jedes einzelne Wort ist so verdammt wahr. Bitte schön.

Skillz – Wrap Up 2007

Erstmals soll es auch ein Video zum “witzigen Jahres-Rap Up” (mtv.de) geben, das ab dem ersten Januar pünktlich im Videoportal eurer Wahl online sein wird. Bis dahin kann man sich die Zeit ganz wunderbar mit “Behind the Scenes”-Footage vertreiben.

(flo)

Coming Of Age

Clubsounds, Soul & Funk 1 Comment

Der Hypetrain um Sharon Jones & The Dap Kings fährt in den USA am Ende einer umjubelten Clubtour schön langsam wieder in den Bahnhof ein, bei uns jedoch scheint die Gute noch gar nicht wirklich angekommen zu sein. Zu Unrecht, denn 100 Days, 100 Nights (Daptone Records/Groove Attack) ist so eine durch und durch wunderbare Platte, dass ich gar nicht anders kann, als nochmals auf die Güte dieses mittlerweile über zwei Monate alten Albums hinzuweisen. Die mittlerweile 49-Jährige styled sich mit einer solchen Leichtigkeit durch die leider nur zehn Songs, dass man sich beinahe wundern möchte, warum sich Otis Redding ausgerechnet eine Ex-Gefängniswärterin mittleren Alters zur Reinkarnation ausgesucht hat. Überhaupt ist “100 Days, 100 Nights” voller liebevoller Referenzen und Anleihen an u.a. James Brown, Aretha Franklin und manchmal sogar Tina Turner (über die von vielen Kritikern ausgemachten angeblichen Ähnlichkeiten zu Amy Winehouse sprechen wir jetzt lieber nicht). Dass das Album trotzdem einen sehr eigenständigen Sound auffährt, liegt an der Hausband von Daptone Records, den Dap-Kings. Die sind zwar so weiß, dass sogar Fler stolz auf sie wäre, haben aber trotzdem den Funk im Arsch. Nein, das Einzige, was Retro an Sharon Jones & The Dap Kings ist, ist das Video zum Titelsong, das mit zwei gebrauchten Camcordern von Ebay gedreht wurde. Einen Roger Cicero des Funk hätte auch wirklich niemand gebraucht.

Bevor ich’s vergesse: Auf soul-sides.com gab es vor einiger Zeit einen großartigen Remix von 50 Cents “I Get Money” auf dem Instrumental von “Nobody’s Baby”, meinem liebsten Track von “100 Days, 100 Nights.” Der olle Curtis passt zum hypnotischen Gitarren-Lick wie die Faust aufs Auge. Wer hätt’s gedacht.

50 Cent – I Get Money (I Dap Money RMX)

(flo)

Die Bunkertür geht zu

Deutschland, HipHop, News No Comments

Das sind ja mal beschissene Weihnachten für Deutschrap-Fans - nachdem Eko Fresh und Separate das Mikro an den Nagel gehängt haben, weil sie keine Möglichkeit mehr sehen, mit Musik ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, schliesst nun auch das legendäre Berliner Raplabel Royalbunker seine Pforten. Das verkündete zumindest Labelchef und -gründer Marcus Staiger in der Radioshow “Soundgarden” auf dem Berliner Sender Radio Fritz, welche ebenfalls zum letzten Mal über den Äther lief. Mittlerweile ist auf der Website des Bunkers eine offizielle Bestätigung der Schließung zu finden, die viele zuerst für einen schlechten Witz hielten. Demnach sollen 2008 noch ein neues K.I.Z.-Album und ein Best-Of-Sampler erscheinen, und das war’s dann. Im Gegensatz zu Eko und Seppo hat der Rückzug von Marcus Staiger aber vermutlich keinen finanziellen Hintergrund: Zumindest wäre es doch gelacht gewesen, wenn vom K.I.Z.-Hype des Spätsommers nicht wenigstens ein bisschen Hartgeld hängen geblieben wäre. Vielmehr seien zehn Jahre Labelbusiness “einfach genug”, und, wie Staiger gewohnt elaboriert weiter ausführt: “Ich habe keine Lust mehr. Es war schön. Es war großartig. Es war richtig klazze. Jetzt reichts.”

Was aus den auf Royalbunker gesignten Artists wird, ist momentan noch ungewiss. Die einzige Ausnahme stellt der Reutlinger Doubletime-Reimer Tua dar, dessen Signing bereits seit Längerem stolz auf der Website von Deluxe Records vermeldet wird.

Während man sich also im laut.de-Forum gewohnt grenzdebil vor Freude über den Tod eines weiteren “HipHop-Gangsta-Labels” bepisst, bedauern wir die Schließung eine der einflussreichsten Institutionen der Deutschrapgeschichte, durch die so unterschiedliche Künstler wie Kool Savas, Prinz Pi oder K.I.Z. groß wurden. Wir hoffen auf eine Abschiedsparty.

(flo)