Staiger, ehemals Inhaber des Labels Royalbunker, hat ein neues Betätigungsfeld gefunaden: Er übernimmt bei Rap.de den Posten des Chefredakteurs, eine sehr gelungene Erweiterung des Teams, wie ich finde. Von seinen Qualitäten kann man sich in einem Interview mit Massiv überzeugen: Klick hier. Sehr unterhaltsam sind die Fragen nach Massivs Movement…
T.I. muss in den Knast. Er wurde wegen Waffenbesitzes (mehrere Sturmgewehre im Kofferraum) zu einer Geldstrafe von 100 000 Dollar, sowie 1500 Sozialstunden und 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte zuvor mit der Staatsanwaltschaft eine Strafminderung im Falle eines Geständnisses ausgehandelt.
Concrete Loop hat Bilder vom Set zu Notorious, dem Biopic über Biggie veröffentlicht. Eine gewisse Ähnlichkeit kann man dem Darsteller jedenfalls nicht absprechen:
Als waschechter Hipster ist es erwartungsgemäß meine größte Angst, das nächste große Pop-Ding zu verpassen, nur um mich dann auf der nächsten Party von irgendwelchen Typen mit Seitenscheitel und/oder Stehkragenhemd über die Hits du jour belehren lassen zu müssen. Ob man bei dieser Gelegenheit auch über Santogold sprechen wird, hängt natürlich ganz wesentlich davon ab, wie ihre diesen Monat releasete Single “L.E.S. Artistes” einschlagen wird. Darauf mixt die Songwriterin aus Philadelphia New Wave-Sounds mit dem PopRock-Appeal modernen Formatradios, was zwar nicht die allerfrischeste Idee ist, aber musikalisch überraschend gut zündet. Vor allem, wie man Refrains schreibt, muss man Santi White wohl nicht mehr beibringen. Das dazu gehörige Album “Creator” ist für den April angekündigt und wird eine wilde Mischung aus M.I.A., Ashlee Simpson, Karen O und den Yeah Yeah Yeahs. Sagen zumindest die Schubladenmenschen. Wird sicher eine tolle Sache, aber: “Creep up and suddenly / I found myself / an innovator”? So weit würd ich nicht gehen.
Santogold – “L.E.S. Artistes” (Video)”
Der mir vorliegende Promo-Waschzettel bezeichnet Calvin Harris als “coolen, erfrischenden Burschen”, der mit einem Song namens “Acceptable In The 80′s” anscheinend wochenlang die britischen Charts belagerte. “Jetzt kommt er auch nach Deutschland”, und der mir aus irgendwelchen Gründen ebenfalls vorliegende komplette Marketing-Plan verrät mir, dass “Acceptable In The 80′s” der Trailersong für die aktuelle Staffel von “Germany’s Next Topmodel” ist. Sie machen es mir nicht leicht, ihn zu mögen. Dennoch muss ich Calvins fast schon stoische Herangehensweise an das Disco-Genre bewundern, denn wie der Schotte es von sämtlichen Schnörkeleien befreit und im Gegenzug mit ultra-simplen Lyrics rund um die Themenkomplexe “Schöne Frauen” und “Geile Parties” erweitert – das hat schon was. Auf seiner MySpace-Seite kann man sich noch ein paar weitere Tracks aus dem hierzulande am 18. April erscheinenden Album “I Created Disco” anhören, besonders angetan haben es mir hierbei die spaßige Trash-Disco-Hymne “Colours” und das laid back angelegte “Merrymaking At My Place”. Definitiv etwas, was mir nach intensivem Hören krass auf den Sack gehen würde, aber eben auch definitiv etwas, was ich auflegen würde. Und mehr verlang ich ja gar nicht.
In Bezug auf Sample- und andere Inspirationsquellen hatte Al Green unbestritten einen enormen Einfluß auf die urbane Kultur der Jetztzeit. Nun scheint da jemand einen Gegengefallen einzufordern, denn nicht nur zu meiner Begeisterung sickerte Ende 2006 die Nachricht durch, die R&B- und Gospel-Legende würde ein neues, von The Roots-Mastermind Ahmir ?uestlove Thompson exekutiv produziertes Album namens “Lay It Down” aufnehmen. Eineinhalb Jahre später landet auch schon das nach “Thought It Out” zweite Ergebnis dieser Zusammenarbeit im Netz, aber der Song entschädigt im Übermaß für die Wartezeit. “You’ve Got The Love I Need Babe” featured Anthony Hamilton im Refrain, die Dap-Kings an den Bläsern, einen Al Green in stimmlicher Bestform sowie einen unerhörten Groove, von dem man immer dachte, er wäre mit dem Tod der Disco Music Ende der 1970er gleich mitgestorben. In kurz: Eine verdammte Sensation. Das Einzige, was jetzt noch zum vollkommenen Glück fehlt, ist ein Release-Termin, aber wie heißt es so schön? Das Leben ist kein Ponyhof.
Al Green feat. Anthony Hamilton – “You’ve Got The Love I Need Babe”
Den Kollegen Lechner nach Masta Ace zu fragen, ist so ziemlich der größte Fehler, den man in einem Fachgespräch mit ihm begehen kann. Dann nämlich kann sich der Zuhörer auf einen äußerst ausführlichen Monolog zum Thema “Warum Masta Ace der beste Rapper der Welt ist” gefasst machen, inklusive so berechtigter wie zahlreicher Verweise auf seine Großtaten mit der Juice Crew sowie auf ein angeblich “legendäres” Konzert in der Münchner Muffathalle, das vermutlich stattfand, bevor ich überhaupt geboren war. Zwar beendete der New Yorker 2004 mit dem sträflich unterschätzten “A Long Hot Summer” seine Solokarriere, doch dies ist beim mittlerweile 41-Jährigen mitnichten mit dem Ende selbiger gleich zu setzen. Vielmehr gründete er 2005 mit den unbekannten Talenten Wordsworth, Punchline und Strick die Gruppe eMC, die somit – abgesehen von überflüssigen Weedcarrier-Gruppierungen wie Purple City oder der Theodore Unit – eine Ausnahmeerscheinung in der sonst so vom Egozentrismus geprägten HipHop-Kultur darstellt. Nachdem das Debütalbum “The Show” schon im Februar auf iTunes released wurde, ist es seit heute auch in physischer Form beim (Import-)Plattenhändler eures Vertrauens erhältlich. Einige kleine Einblicke in das Album geben die großartige, vom Importholländer Nicolay produzierte Single “What It Stand For” sowie die MySpace-Page des Quartetts, wo es ein Snippet sowie drei Tracks von “The Show” zu hören gibt. “Borrow You” ist mir dabei zu anachronistisch produziert, doch “Leak It Out” sowie “Git Some” sind hervorragende BoomBap-Songs auf der Höhe der Zeit. Letzteres hat bei mir ohnehin sofort gewonnen, weil es mit Sean Price meinen erklärten Lieblingsrapper featured. Aber ich will ja keine Monologe halten.
Wenn man Alben von Südstaatennewcomern, die gerade eine Hitsingle am laufen haben, anhört ist man normalerweise dannach enttäuscht, weil die Hitsingle der einzige anhörbare Track ist. Anders bei Flo Rida, der mit seinem Debutalbum Mail on Sunday zu überzeugen weiß. Der aus Florida stammende und zum Miami Kollektiv( Fat Joe, Dj Khaled, Lil Wayne, …) gehörende Rapper hatte mit Low ft. T-Pain einen der Hits des Winters. Für den Frühling tut man sich nun mit Timbaland zusammen und lanciert mit Elevator einen weiteren Sureshot. Hört man das Album durch so entdeckt man einige weitere hitverdächtige Songs: Da wären Roll ft. Sean Kingston und Ms. Hangover. Beide Tracks wurden übrigens von J.R. Rotem produziert. Es wird auch nicht an weiteren großen namen gespart, In the ayer ft Will I Am & Fergie wird sicher auch einschlagen. Die Qualität der von unbekannteren Produzenten produzierter Beats steht den Großen aber nicht viel nach.Doch nicht nur die Instrumentals wissen zu überzeugen, sondern auch Flo Rida himself. Zwar ist alles sehr cluborientiert gehalten, jedoch weiß der 27 jährige mit seiner Vortragsweise zu überzeugen. Sowohl die Hooks, wie z.b. She got Hennessey hips and Belvey eyes/grey goose on her lips and Cognac thights als auch die weiteren Texte gehen gut ins Ohr. Es macht einfach Spass hier zuzuhören, wobei es auch nachdenklichere Songs abseits der Partyschiene gibt. Den Hauptanteil hat hier aber Partymucke, was auch gut so ist, denn es macht einfach Spass das Album anzuhören und wenn die Songs dann im Club gespielt werden gibts kein Halten mehr.Goodvibes: