Sunroof Open

Allgemein, Deutschland, HipHop No Comments

Wenn man da ihn so stehen sieht, als Sidekick von Bushido und neuerdings als Featurepartner von Soulja Boy, dann kommt einem dieser Gedanke nicht unmittelbar – aber tatsächlich ist Chakuza der erfolgreichste Rapper Österreichs nach Falco. Dank der EGJ-typischen Mixtur aus melancholischen Instrumentals und Lyrics aus dem Straßenstaub konnte der Ex-Linzer und Wahlberliner mit seinem Debüt “City Cobra” vor einem Jahr die Top 10 der deutschen Albencharts klar machen. Logisch, dass dieser Streich mit dem Nachfolgeralbum “Unter der Sonne” wiederholt werden soll, und ebenso logisch ist es da, dass die gleichnamige erste Single auf ein bewährtes Rezept setzt: Feature vom Boss, sozialkritische Lyrics, melancholisches Beatgewand, schwermütiges Video. Diesmal sind die Lyrics universaler angelegt als noch bei “Eure Kinder” – im Großen und Ganzen geht es darum, dass es auch im größten Chaos noch Sonnenschein gibt. Oder um es mit Chakuza zu sagen: “Selbst die dunkelste Wolke ist nur unter der Sonne.” Was aber ist nun davon zu halten? Klar, ersgutproduziert, aber so oder so ähnlich hat das EGJ-Camps schon viele Songs umgesetzt, was die ganze Angelegenheit nur zu einer Iteration der immergleichen Idee werden lässt. Und außerdem bin ich nun mal sehr schnell gelangweilt. Hinzu kommt, dass mir diese betont harte Intonation beider Protagonisten schwer auf den Sack geht – ich erwische mich ständig dabei, den beiden ein Hustenbonbon reichen zu wollen. Amüsant ist allerdings der Part, in dem Bushido offen zugibt: “Auf die Snobs hab ich damals schon vom Riesenrad gekotzt.” Hat ein Kumpel von mir auch mal. Allerdings aus Versehen.

Chakuza feat. Bushido – “Unter Der Sonne” (Video)

Noch kurz eine Anmerkung in eigener Sache: Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, dass wir auf der rechten Seite eine neue Rubrik namens “New Vibes” haben. Dort werden wir alle neuen Tracks und Videos vom jeweiligen Tag posten – damit ihr den kompletten Überblick über alle Neuheiten habt und nicht noch all die anderen schlechten Sites absurfen müsst. Viel Spaß damit!

(flo)

Comedy Street

Allgemein, Dirty South No Comments

Mir wurde ein Video von Weird Al Yankovic zugespielt, seht selbst:

Weird Al Yankovic – “White & Nerdy” (Video)

Das ganze lässt sicher leider nicht embedden und ist auch schon etwas älter, aber ist trotzdem sehr lustig.

Have a nice day!

(Martin)

/edit Flo: Damn he can spit! Reguläres Programm dann wieder ab morgen, wenn die Uni nicht mehr in den Arsch tritt…

Hate Me Now

Eastcoast, HipHop No Comments

Seit Ice Cube’s “AmeriKKKa’s Most Wanted” hat in den USA wohl kein Albumtitel mehr Kontroversen ausgelöst als das neunte Studioalbum von Nas mit dem simplen Namen “Nigger”. Neben namhaften schwarzen Aktivisten wie Jesse Jackson versuchte auch das eigene Plattenlabel Def Jam, Nasty Nas von dem Titel abzubringen, was wohl ein Grund für die mehrmalige Verschiebung des Release-Dates von “Nigger” ist. Aber wer den Queensbridge-MC kennt, der weiß: Da ist sowieso nix zu machen. Nun ist ein erster, adäquat betitelter Albumtrack namens “Be A Nigger Too” aufgetaucht, der die Vermutung nahelegt, dass diese ganze Aufregung letztenendes umsonst gewesen sein könnte. Inhaltlich gesehen pendelt Nas in dem Song zwischen afrozentrischen Aussagen und Unity-Beteuerungen á la “We’re all black within”, nur um das dann im Refrain zu konterkarieren: “I’m a nigger, he’s a nigger, she’s nigger, we some niggers / wouldn’t you like to be a nigger too / They like to strangle niggers, blame a nigger, shootin’ niggers, hangin’ niggers / still you wanna be a nigger too… true”. Also, entweder bin ich einfach zu blöd, um zu kapieren, worauf der Street’s Disciple hinaus will, oder er weiß es selbst nicht so recht. Was die musikalische Seite angeht, so klingt der Beat von Salaam Remi so ein bisschen wie das, was aufstrebende Producer aus Castrop-Rauxel, Donauwörth oder Buxtehude gerne auf ihre MySpace-Page packen: Irgendwie Synthie, irgendwie langweilig. Viel Lärm um nicht also? Da sollte man den Release von “Nigger” abwarten, der mittlerweile auf den ersten Juli datiert ist. Bis dahin sollte man sich allerdings an die weisen Worte von Samy Deluxe halten: “Mutterficker halt den Ball flach!”

Nas – “Be A Nigger Too”

(flo)

Tapemasters Inc. (2)

Dirty South, Eastcoast, HipHop, Mixtapes, Review No Comments

Mit wem der Jimmy gerade gut kann und mit wem nicht – geschenkt. Denn selbst wenn ich den Überblick über die Streitereien innerhalb des Diplomats-Kollektivs behalten hätte: Am Ende des Tages zählt die Musik, und dass Jim Jones als Teil dieser Truppe in den letzten Jahren mehr zur Ehre des ehemaligen HipHop-Mekkas New York beigetragen hat als all die anderen angeblichen Battle-Asse und selbsternannten Retter des Big Apple zusammen, kann von niemandem ernsthaft angezweifelt werden. Nun hat der Harlemite zusammen mit DJ Scooby Doo ein neues Mixtape namens “Street Religion (Love Me No More Special Edition)” am Start, das den Auftakt einer ganzen Reihe angekündigter Projekte aus dem Dipset-Camp darstellt. Klar, wer den Jimmy kennt, der weiß, was hier geht – noch immer pendelt der Flow des 31-Jährigen irgendwo zwischen Aufregung, Melancholie und einer gepflegten Portion Langeweile. Und noch immer ist Jones sein eigener bester Backup-Rapper. Höhepunkte sind die unfassbar ignoranten Zeilen von Jimmy und Dipset-Kollege Juelz Santana auf “Stack Money”, das soulige “Skull Gang Byrd Gang Blocks” (ebenfalls mit Juelz), das D-Block-Feature auf dem äußerst einfallsreich betitelten “D-Block / Dipset” sowie das in gefühlt einstelliger bpm-Zahl gehaltene Bass-Monster “Religion In My Streets”. Dazu gibt es noch Gehversuche auf Fremdbeats (“Success”, “I Get Money”, “Can’t Tell Me Nothing”), vernachlässigbare Freestyles, viel zu lange Outros und furchtbare Gastverses von irgendwelchen Vögeln, die ich hoffentlich nie wieder auf irgendwelchen Releases sehe. Wie sich’s halt für ein gutes Mixtape vom Jimmy gehört.

DJ Scooby Doo & Jim Jones – “Street Religion (Love Me No More Special Edition)” (Download)

Im Gespräch mit der “JUICE” stellte Kool Savas unlängst die gewagte These auf, dieser Lil’ Wayne sei gar nicht so gut, wie alle immer behaupten. Richtig zufriedenstellend wird sich diese Frage ohnehin erst mit dem Release von “Tha Carter III” am zehnten Juni klären lassen, aber Weezy’s neuem Mixtape nach zu urteilen, könnte S-A-V in diesem Fall daneben liegen. “Da Drought Is Over 5: Grand Closing” erklärt die Dürre im Königreich Weezyiana offiziell für beendet und fährt erwartungsgemäß Wahnsinn in nicht geringen Mengen auf, mit dem er schon in der Vergangenheit treudoofe Fanboys wie mich für sich gewinnen konnte. Meine Favoriten sind bislang der Opener “I” mit Blues-Anleihen und gewohnt genialem Einstieg (“Woke up this morning with a naked woman like I was making a porno / but I don’t remember how she made it to my bed / I gotta figure it out before she wake up in my bed”), “I Got My” mit den beinahe schon Timbaland’schen Eighties-Synthie-Elementen im Refrain, “Single Again” mit Rick Ross und Trina sowie “To Clean”, auf dem Weezy mit einer gewissen Lil’ Chuckie plötzlich ein weibliches 1:1-Abziehbild von sich selbst aus dem Hut zaubert. Den Vogel schießt Dwayne Carter allerdings mit “Milli” ab, in dem der “Best Rapper Alive” jedwede Konvention im HipHop lustvoll platt macht – Rap auf Beat ist das nämlich irgendwie nur noch so halb, dope wie Hölle ist es dennoch. Den “Lollipop” gibt’s dazu noch gratis obendrauf. Fazit: In dieser Form wird “Tha Carter III” zum Monster. Und wie sehr gewisse purpurne Substanzen Weezy dabei behilflich sind, sich solches Zeug von der Hirnrinde zu kratzen – geschenkt.

The Empire & Lil’ Wayne – “Da Drought Is Over 5 (Grand Closing)” (Download)

(flo)

All Eyez On Me

Deutschland, HipHop No Comments

“Maske”. “Ich”. “Ich Und Meine Maske”. Selten hat sich jemand so dreist nachträglich eine Trilogie zusammen gebastelt wie Sido. Nun steht am 30. Mai das zwei mal verschobene dritte Soloalbum des superintelligenten Drogenopfers an, und mit “Augen Auf” hat der Aggroberliner eine Single veröffentlicht, die eine unerwartete Richtung einschlägt, aber vermutlich genau deswegen ausgekoppelt wurde. Besonders ist an dem Track der Gegensatz zwischen dem… naja… Zirkusbeat einerseits und dem harten, sozialkritischen Lyrics andererseits, in denen sich Sido mit vernachlässigten Kindern beschäftigt und einen Appell an alle Eltern richtet, mehr Zeit und Mühe in die Erziehung zu investieren. Ein solches Thema haben in letzter Zeit bereits ein paar Kollegen wie Chakuza oder Alpa Gun aufgegriffen, aber wie es der Berliner in ein zuckersüßes Gewand samt Kinderchor und lustigen Verkleidungen im Video verpackt, ist in der Tat neu. Klar ist diese ganze Inszenierung eminemesk, und klar hat Sido keinen technischen Quantensprung vollzogen wie noch von “Maske” zu “Ich”. Und natürlich sind Kinderchöre, um den guten Freund Bushido zu zitieren, “überkrass schwul”. Dennoch ist “Augen Auf” ein guter, chartstauglicher Song geworden, mit dem Siggi Gold natürlich das Risiko eingeht, viele rückwärtsgewandte Anhänger aus den A.i.d.S.-Tagen zu verprellen. Aber in solchen Kategorien denkt er zum Glück längst nicht mehr.

Sido – “Augen Auf” (Video)

Und gleich nochmal Sido. Abseits dieses ganzen Popstar-Dings ist der Aggroberliner nämlich stets bereit, kleinere Brötchen zu backen, wenn dafür guten Freunden geholfen ist. So ist der “arrogante, hochnäsige Scheißbonze” (O-Ton) mit einem Gastbeitrag auf der neuen Streetsingle von Automatikk vertreten, die bekanntlich zu der frischen Generation deutscher Rapper gehören, die die lyrische Finesse der alten Schule mit der kunstvollen Selbstinszenierung neuerer Prägung verbindet. In Bezug auf das am 30. Mai erscheinende Album “Jenseits Von Eden” haben die zwei Brüder aus Nürnberg in den jüngsten Interviews bereits Worte wie “Message” und “Weiterentwicklung” in den Mund genommen, auf “Ghettopräsident Part 2″ jedoch regieren noch lyrische Backpfeifen und stramme Sechzehner – hier gibt’s keine Faxen. Auf einem auf Drama gebürsteten Monsterbeat aus dem Hause m3 & Noyd liefert Rokko81 gleich zu Beginn einen Killerpart ab, und auch Partner Atillah78 sowie die Featuregäste Sido und Alpa Gun wissen, wie man punktgenau auf die Zwölf gibt. Befremdlich nur der Refrain, in dem sich Amstaff-Labelkollege Bass Sultan Hengzt die Ehre gibt: “Mir egal, wer du bist, du hast zum Ficken keine Kraft”? Äh…

Automatikk feat. Alpa Gun, Sido, Bass Sultan Hengzt – “Ghettopräsident Part 2″ (Video)

(flo)

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