Electric Relaxation
Mai 26, 2008 HipHop No Comments
Glaubt man Kanye West, dann ist Common recht wählerisch, was das Picken von Beats angeht – einige Instrumentals haben es nur deswegen auf West’s Soloalben geschafft, weil sein Partner in Crime aus Chi-City sie nicht haben wollte. Dieser Konservatismus des Lonnie Lynn dürfte sicherlich auch mit der lauwarmen Rezeption seines 2002er-Albums “Electric Circus” zusammenhängen, denn während die beiden klassizistischen Nachfolgerwerke “Be” und “Finding Forever” gemeinhin als Klassiker gelten, musste Common für seine experimentellen Gehversuche mit elektronischen Einflüssen eine Menge Kritik einstecken. Aber ein gebranntes Kind ist der 36-Jährige deswegen mitnichten, denn sein nächstes, im Juli erscheinendes Album “Invincible Summer” soll genau den Erfolg einfahren, der “Electric Circus” verwehrt blieb. Das Album wird komplett produziert von den Neptunes und Mr. DJ, Kanye West war wegen seiner “Glow In The Dark”-Tour ohnehin nicht verfügbar. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit heißt “Universal Mind Control (U.M.C.)” und ist seit Kurzem im Netz zu hören. Der Track featured Pharrell und ist eine spaßige Reminiszenz an Künstler wie Arabian Prince oder Afrika Bambaataa, die bereits in den 1980er Jahren an der Schnittstelle zwischen HipHop und Elektro experimentiert haben. Lyrisch ist der Track für Common’s Verhältnisse ungewohnt nichtssagend, aber meine Erwartungen sind ohnehin immer völlig überzogen, Fanboy, der ich bin. Der Mann muss ja nicht mit jedem Track gleich einen kompletten Roman vorlegen.
Common feat. Pharrell – “Universal Mind Control (U.M.C.)”
(flo)
