Keys Open Doors
Mai 28, 2008 Dirty South, HipHop No Comments
Aus einer vertrauenswürdigen Quelle weiß ich, dass Washington D.C. gemeinhin als eine der langweiligsten Großstädte der USA gesehen wird. Auch musikalisch hat man seit Marvin Gaye nicht mehr viel aus der Hauptstadt gehört – wie groß ist also die Chance, dass einer der interessantesten Newcomer des Jahres ausgerechnet aus dem District kommt? Auftritt Wale. Die gewohnt unaufgeregte Musikpresse hat in dem 23-Jährigen bereits das nächste große Ding entdeckt und stellt ihn schon wie selbstverständlich in eine Reihe mit Kanye West und Lupe Fiasco. Wale selbst jedoch betrachtet sich in erster Linie mal als Wale und macht weiter Musik – die ihm von Amy Winehouse über Jay-Z bis hin zu ?uestlove und Lil’ Wayne eine Menge Fans und noch mehr Features eingebracht hat. Nach einem ordentlichen Internet-Hype ist Olubowale Folarin über Amy’s Produzent Mark Ronson auch über einen Major-Deal bei Interscope Records heran gekommen, das dieses Jahr sein viel erwartetes Debütalbum releasen wird. Zunächst steht allerdings das “Mixtape About Nothing” an, das ab dem 30. Mai über www.elitaste.com kostenlos zu beziehen sein wird. Dieses enthält laut Wale zwar eigentlich nur Ausschuß aus der Albumproduktion, den bereits geleakten Tracks nach zu urteilen, ist es aber durchaus ein Reinhören wert. Sowohl “The Hacksaw Jim Duggan” (feat. Skyzoo) als auch “The Crazy” zeigen auf, wie wahnsinnig gut Wale dieser Spagat zwischen beinahe kindlichem Spaß an der Sache und gesunder Arroganz gelingt. Als kleinen Bonus gibt es hier nochmal seinen Remix von Justice‘s Hitsingle “D.A.N.C.E.”, der ebenfalls eine sehr unterhaltsame Angelegenheit ist. Also auch für Leute, die nicht wie ich die allerhärtesten Groupies französischer Elektrobands sind.
Wale feat. Skyzoo – “The Hacksaw Jim Duggan”
Wale – “The Crazy”
Wale – W.A.L.E.D.A.N.C.E. (Video)
Auch Rick Ross hat weiterhin sein Ding am Laufen, wie es so schön heißt, und steckt nach dem zufriedenstellenden Erfolg seines Albums “Trilla” bereits mitten in den Aufnahmen zum Nachfolger “Deeper Than Rap”, der noch dieses Jahr erscheinen soll. Mit “Get Down” ist nun sogar schon ein Track von der Platte im Internet geleakt, auf dem sich Raus die Hilfe von Pharrell gesichert hat. In dem Song zählt Ross all seine Besitztümer auf, um die Dame seines Herzens für sich zu gewinnen – man kann über den Mann sagen, was man will, aber er weiß nun mal, wie’s geht. Wer den Ricky nicht erst seit gestern kennt, der weiß natürlich, dass Überraschungen hier eher nicht zu erwarten sind, aber genau dafür gibt es ja Typen wie Pharrell, die noch einen unterhaltsamen und interessanten Song daraus machen. Und spaßig ist es ohnehin immer, dem alten Rauschebart zuzuhören.
Rick Ross feat. Pharrell – “Get Down”
(flo)
