The Last Poet

Clubsounds, HipHop No Comments

Ein bisschen Lyrik gefällig? “He said he got a Porsche, got a Benz, got a Rover / He shinin’ in the club but his Jacob watch over”. Oder, mein persönlicher Favorit: “Que pasa, no English, man / My casa big like New England, man”. Freunde der Poesie wissen sofort, wem diese ausdrucksstarken, beinahe schon dadaistischen Zeilen gehören: Swizz Beatz natürlich, seines Zeichens schlechtester Rapper der Welt und bester Produzent der Welt in Personalunion. Wozu so eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung führen kann, zeigt uns die neue Single “Where The Cash At? (Part 1)” aus dem für Swizzy’s Verhältnisse richtig nachdenklich betitelten neuen Album “Life After The Party”, das im Oktober erscheinen soll. Seit dem Vorgänger “One Man Band Man” hat sich das Erfolgsrezept natürlich nicht sonderlich verändert – immer noch regieren geklaute Refrains sowie uninspiriertes Rah Rah über Geld und Hater, und immer noch wird das Ganze von einem Monster-Instrumental untermalt, bei dem es dem Hörer vollkommen egal ist, von wem jetzt der Refrain geklaut ist und wie uninspiriert sich Swizzy’s Rah Rah über Geld und Hater gestaltet. Daher ist auch der neueste Streich des 29-Jährigen wieder einmal zwingend notwendig für dreckige Parties, Streetball-Nachmittage oder Spritztouren in Papis Cabriolet. Und wir wollen ja niemandem Unrecht tun, daher gibt es hier noch den politischen Swizzy: “Get the fuck out of my face / Shouldn’t y’all worry ’bout that Sean Bell case?” Da soll nochmal jemand sagen, Rap wäre nicht mehr “Black CNN”.

Swizz Beatz – “Where The Cash At? (Part 1)” (Video)

Einfach, weil ich es kann, gibt es hier noch Kram, den niemand außer mir gut findet: Lady GaGa borgt sich ihren Namen von einem Queen-Song, gibt Peggy Bundy als ihr erklärtes Mode-Vorbild an und legt bei ihren Auftritten gerne mal einen Striptease hin. Noch dazu macht sie quietschbunte Disco-Musik und versucht sich ab und an auch mal an “weiblichen Versionen” von Motley Crue-Songs. Das alles ist selbstverständlich genau so super, wie es sich anhört, daher gibt es hier ohne Umschweife die zweite Single der 22-Jährigen aus ihrem im Sommer erscheinenden Debütalbum “The Fame”. Nachdem der erste Streich “Just Dance” auf den amerikanischen Tanzböden bereits ordentlich einschlug, soll ähnliches nun auch mit “Disco Heaven” glücken, bei dem viele Kritiker einen Vergleich zu Cindy Lauper gezogen haben. Was da allerdings dran ist – keine Ahnung. Ich hab jedoch auch einige Lücken in Bezug auf das Gesamtwerk von der Lauper.

Lady GaGa – “Disco Heaven”

(flo)