Till I Retire
September 27, 2008 Deutschland, Eastcoast, HipHop, Sonstiges No Comments
Unerwartete Comebacks in 2008, Teil 347: Die New Yorker Old-School-Helden von D.I.T.C. haben tatsächlich ein neues Album in der Pipeline. Das etwas plakativ betitelte “The Movement” soll am 18.November erscheinen, doch bereits jetzt wird der ein oder andere True Yorker sicherlich etwas feucht im Schritt. Ob die beiden prominentesten Diggin’ In The Crates-Mitglieder Fat Joe und Lord Finesse bei der lustigen Wiedervereinigung der Klasse von ’93 ebenfalls mit am Start sein werden, ist zwar noch unklar, aber der Rest des Kollektivs scheint das Kind zur Not auch alleine geschaukelt zu kriegen. Zeugnis dessen ist der erste geleakte Song “Hard Hit”, der seinem Namen alle Ehre macht: Lyrische Ohrfeigen der beteiligten Protagonisten D-Flow, A.G., OC und Boss Money setzt es hier zur Genüge, und der Beat ist ohnehin ein schweres Problem. Ich dachte schon, solche Drums würden auf immer und ewig in den hintersten Pro-Tools-Archiven verschimmeln… Bleibt nur zu hoffen, dass der Rest des Albums genauso frisch und hungrig klingen wird. Mit Comebacks ist es eben so eine Sache – wir alle wissen noch, was sich die Fugees vor drei Jahren geleistet haben, und wir alle ahnen, was die G-Unit in zehn Jahren machen wird.
D.I.T.C. – “Hard Hit”
Im Gegensatz zur gesamten New Yorker True School scheint Seeed-Frontmann Peter Fox seinen Ruhestand gar nicht mehr erwarten zu können. Den Eindruck erweckt der Berliner zumindest in seiner neuen Single “Haus am See” aus dem gerade eben veröffentlichten Album “Stadtaffe”. Darin preist er nämlich das Dolce Vita auf dem Land als Gegenentwurf zum hektischen Großstadtleben: “Und am Ende der Straße steht ein Haus am See / Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg / ich hab 20 Kinder, meine Frau ist schön / alle kommen vorbei, ich brauch’ nie rauszugehen”. So ist das also. Nunja, Peter Fox ist ja seit jeher dafür bekannt, ungewöhnliche Songkonzepte zu erschaffen, für die der Großteil der deutschen Musiklandschaft schlichtweg zu dämlich wäre. Auch musikalisch ist die ganze Angelegenheit richtig nett umgesetzt. Wenn gewohnt grenzdebile YouTube-Comments einem Song attestieren, “übelst gechillt!” zu sein, ist zwar in der Regel Vorsicht geboten, aber “Haus am See” swingt so eingängig vor sich hin, dass man sich bisweilen selbst beim Mitschunkeln ertappt. Wird bestimmt noch als “Chill-Out Mucke!” für’s Oktoberfest missbraucht, ich seh’s kommen.
Peter Fox – “Haus am See” (Video)
(flo)




