Golden Diva

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Ganz schön GaGa, diese Christina Aguilera. Denn dass die frischgebackene Mutter sich bei ihrer ersten Single nach der Babypause schon ziemlich dreist beim derzeitigen Popwunder in Übersee mit Namen Lady GaGa bedient, ist kaum abzustreiten. Klar, “Keeps Getting Better” dient nur als Kaufanreiz für das gleichnamige, am elften November erscheinende Best-Of-Album, aber selbst für derartige Verhältnis wirkt der Song arg lustlos und hingerotzt. Das liegt vermutlich auch am streng synthetischen Soundteppich, auf dem die 26-Jährige ihre stimmlichen Stärken kaum ausspielen kann. Die Songstruktur tut da ihr Übriges – “Keeps Getting Better” klingt am Ende des Tages einfach zu seicht und belanglos. Aber wie das eben so ist bei Künstlern wie der Aguilera: Wer derartig lustvoll experimentiert und sich immer wieder neu erfindet, legt eben auch mal den ein oder anderen Fehltritt aufs Parkett. Und das ist mir allemal lieber als das konservative und krampfhafte Festhalten an alten Hitrezepten, in Fachkreisen auch “Bon-Jovi-Syndrom” genannt. Die Aguilera kann ja nicht jedesmal Popmusik neu definieren. Aber vielleicht, wenn man nochmal Premo… ach, lassen wir das.

Christina Aguilera – “Keeps Getting Better” (Video)

Ziemlich langweilig geraten ist auch die neue Single von Mariah Carey, aber das war absehbar. Schließlich hat “E=MC²” noch reihenweise öden Schmeichelschmu zu bieten, der dringend unter das Volk gebracht werden muss. Wer die x-tausendste, diesmal auf den Namen “Stay In Love” hörende Iteration von “Vision Of Love” im Jahr 2008 noch hören möchte, ist mir zwar schleierhaft, aber der Markt scheint da zu sein. Richtig interessant ist daher wie gewohnt nur das Video – natürlich wegen der künstlerisch anspruchsvollen Schwarz-Weiß-Ästhetik und nicht etwa wegen der knappen Outfits der Protagonisten. Sheeesh.

Mariah Carey – “Stay In Love” (Video)

(flo)