Ich poste heute einfach mal nen paar Lieder, die bei mir in letzter Zeit hängen geblieben sind.
Zunächst gibts Busy Signal mit These Are the days. Grandioser conscious Song das Jamaikaners, bleibt nicht zuletzt wegen dem banger Beat im Ohr. Entdeckt hab ich das ganze auf der Juice CD, peace out.
Als nächstes kommt eine Leserzuschrift von Sebastian, der einen direkten Shoutout an uns in der zweiten Line des People under the Stairs Song The Wiz entdeckt hat. Connected to the goodvibe, nuff said.
Als nächstes grabe ich eine 2 Jahre alte Leiche aus mit Watch how it go down von Termanology. Dieser veröffentlich der Tage sein Debütalbum mit Produzentenunterstüzung, von der die meisten Newcomer nur träumen können. Mit dabei sind Premo, der diesen Beat produziert hat, sowie Pete Rock, Large Pro, Havoc und Buckwild. Hammer Teil, nach erstmaligem durchhören bestätigt sich die Juice Wertung, aber nun Watch how it go down!
Martin
Für einen Moment dachte ich ja, Beyoncé hätte Weezy’s Konzept für das hoffentlich bald erscheinende “Ms. Officer”-Video geklaut. In Wahrheit ist der Clip zu “If I Were A Boy” (aus dem am 18. November erscheinenden Album “I Am…”) aber mördermäßig melodramatisch, wie es sich für eine anständige Power-Pop-Ballade gehört. Das Video hat definitiv was, abgesehen vom dämlichen, pseudo-kryptischen Ende – aber die Musik ist so austauschbar wie schon lang kein Song mehr aus der Feder der 27-Jährigen. Tatsächlich klingt “If I Were A Boy” wie eine Shakira-Single, und das ist durchaus als Beleidigung aufzufassen. Das in seinem Unplugged-Feeling gar nicht so unähnliche “Irreplacable” hat aufgrund seines besseren Konzepts noch funktioniert, aber das hier ist nicht viel mehr als radiotauglicher Plastik-Pop.
Da rolle ich lieber mit der 1B-Single “Single Ladies (Put A Ring On It)”, bei der viele Kommentatoren einen Vergleich zu “Get Me Bodied” gezogen haben. Das kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber dennoch steht der Song durchaus in der Tradition der Knowles’schen Heldentaten aus den B’Days. Wenn der olle Jigga jetzt vielleicht noch ein paar Gastverses bestreiten darf, wird alles gut.
Beyoncé – “If I Were A Boy” (Video)
Beyoncé – “Single Ladies (Put A Ring On It)”
Dass Aggro Berlin mal als Trendsetter in Sachen rotzfrecher Genre-Grenzüberschreitung gelten würde – ganz ehrlich, ich hätte es als Letzter gedacht. Umso vergnügter zieh ich mir da die neue B-Tight-Single namens “Sie will mich” rein, die einen wilden Mix aus HipHop, Electro, Pop und irgendwas mit verzerrten Gitarren darstellt. Klar dient diese plötzlich entdeckte Lust am Experimentieren auch der Ablenkung von den üblichen 08/15-Lyrics, aber ich persönlich kann damit sehr gut leben. Zumindest unterhält mich “Sie will mich” weitaus besser als alles, was Fler in den letzten vier Jahren so gemacht hat. Auch hier tauchen übrigens leicht bekleidete Polizistinnen auf – ich erkenne ein Muster…
B-Tight – “Sie will mich”
Zu guter Letzt: Ali A$ (bzw. einer seiner Lakaien) hat sein am Freitag erscheinendes Album “Bombe” komplett auf seine MySpace-Page hochgeladen. Ich konnte mir das Teil noch nicht komplett anhören, aber so viel ist klar: Wie sehr Samy Deluxe auf seinen Feature-Parts on fire ist, ist nicht mehr feierlich. Dessen drittes Soloalbum wird auf jeden Fall ein Problem. Mehr zur “Bombe” gibt es auf diesem Kanal wohl in den nächsten Tagen. Wenn ihr mich entschuldigt, ich geh jetzt Kate Perry hören.
Das haben sie sich ja ganz schlau ausgedacht, die Herren West und Lynn. Für alle beinharten Fans der Chi-Stadt sind diese Tage ein Grund zum Feiern, denn sowohl Kanye West als auch Common haben neue Videos rausgehauen. Während Letzterer für “Universal Mind Control” in eine starke schwarze Polyester-Jacke schlüpft und das mit einer noch stärkeren Riesen-Sonnenbrille kombiniert, weiß man bei Kanye wieder mal nicht so recht, was das Ganze soll. ‘Ye sitzt auf seiner weißen Couch, steht in seiner weißen Küche und sinniert in seinem (selbstverständlich weißen) Anzug über den “Love Lockdown”. Tja. Dazu gibt es noch wilde afrikanische Stammesmenschen, die in psychedelischen Farben miteinander tanzen. Solche Figuren hat meine Oma im Flur stehen. Naja, Kanye wird schon wissen, was er da tut. Passend dazu: Die Weltpremiere fand in der “Ellen DeGeneres Show” statt. Das neue Urban TRL.
Freiheit ist in der Juice zum Album des Monats gekürt worden. Man sollte jedoch immer mit etwas Skepsis an Reviews rangehen, aber die Platte musste trotzdem her. Ich habe den Kauf nicht bereut, denn Curse stellt irgendwie den Gegenstrom zu großen Teilen der Szene da, die inhaltlich nichts zu sagen haben, bzw. deren Inhalte mich nicht ansprechen. Zudem ist zumindest abseits der MZEE Edition kein Rapfeature auf dem Album zu finden, dafür illustre Größen wie Marius Müller Westernhagen, Silbermond, Xavier Naidoo oder Clueso.
Gerade bei dem Silbermond Feature war ich anfangs sehr skeptisch, aber nach mehrmaligem Höhren geht die Nummer immer noch gut ins Ohr und ist für mich eines der Highlights der Platte, obwohl es sich eher um eine Popbalade als um straighten Rap handelt. Allgemein fällt auf, dass das Album sehr poppig gehalten ist. Angefangen bei den sehr pianolastigen Instrumentals setzt sich das ganze durch die oben erwähnten Features fort. Curse spricht hier ganz klar nicht den 13 jährigen Aggro Berlin Fan an, sondern bewusst eine ältere Zielgruppe, die sich über die Songs gedanken machen. Einige der Inhalte wird ersterer auch gar nicht nachvollziehen können, grade die Songs über Beziehungen gehen sehr tief. Die Texte sind zum teil sehr schockierend gehalten, so erzählt Lila die Geschichte eines im Teenageralter schwanger gewordenen Mädchens, dessen Weg in der Psychatrie endet. Insgesamt lässt sich feststellen, dass alle Texte( vielleicht mit Ausnahme des ironischen Gold) sehr tief gehen und einen auch zum Nachdenken anregen.
Alles in allem kommt ein sehr gutes Album heraus, auch wenn sehr poppig gebe ich hier eine ganz klare Kaufempfehlung.
9/10
Goodvibes: Lila ft. Jaguar Wright, Bis zum Schluss ft SIlbermond, Gold
Dass diese Nummer mit kurzen Haaren und jetzt mal ganz doll ernst sein beim Konsumenten nicht wirklich gut ankommt, musste ja schon der Kollege Busta Rhymes schmerzlich erfahren. Auch Ludacris wendet sich nach dem ungewohnt introspektiven “Release Therapy” wieder dem zu, was er am Besten kann: Dem kunstvollem Eier schaukeln nämlich. Die dritte Single aus seinem neuen Album “Theater Of The Mind” bietet daher auch Swagger Galore mit der ein oder anderen kunstvollen Punchline. “And I got da women screamin’ / and they could catch my balls on any given sunday like my name’s Willy Beaman.” Ganz recht. Garniert wird das Ganze mit einem Marvin Gaye-Sample (glaub ich zumindest), das die Basis für ein weiteres Brett aus dem Hause Don Cannon bildet. Riecht schwer nach Sureshot.
Ludacris – “Undisputed” (Video)
All den Rappern, die schon eine gefühlte Ewigkeit lang zu spät mit ihrem Album dran sind, hat Juelz Santana eines voraus: Der hat nämlich gleich zwei Alben in der Pipeline. Neben dem Soloalbum “Born To Lose, Bred To Win” (das möglicherweise zu einer Art Skull Gang-Sampler umfunktioniert wird) steht da nämlich noch das Kollabo-Album mit Lil’ Wayne an. Passenderweise gibt der 25-Jährige jetzt auch gleich zwei Lebenszeichen von sich: Während “Pick & Roll” (zusammen mit Weezy) ein bitterböse vor sich hin waberndes Synthie-Brett ist, geht es auf “Up In Harlem” vom kommenden DJ Kaylsay-Album “More Than Just A DJ” sehr viel ruhiger und souliger zu. Um eine beliebte Waschzettelphrase zu bemühen: Für jeden was dabei!
Lil’ Wayne & Juelz Santana – “Pick & Roll”
DJ Kayslay feat. Juelz Santana, Hell Rell, J.R. Writer – “Up In Harlem”