Arabian Prince

Dirty South, Eastcoast, HipHop, Mixtapes, R'n'B No Comments

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen sind Vorbilder gefragt. Busta Rhymes schielte für “Arab Money” gleich zu den Ölscheichs und Sultan-Großfamilien dieser Welt und sorgte damit für den Hit der Stunde. Das unverschämt druckvolle Instrumental von Ron Browz hat jetzt auch einen mit prominenten Namen gespickten Remix erhalten, auf dem sich Diddy, Swizz Beatz, T-Pain, Akon und Lil’ Wayne die Ehre geben. Allesamt keine armen Schlucker, die im Zuge ihres Schwänzevergleichens und Eierschaukelns auch kein Klischee auslassen. Oder um es mit Diddy zu sagen: “Fuck the recession, I’m still investing”. Das sorgt natürlich für schwer sinnlose Metaphern und Verses, was aber auch den Unterhaltungswert dieses Remixes ausmacht. Der sinnloseste Verse stammt von? Swizzy. Wer hätt’s gedacht.

Busta Rhymes feat. Ron Browz, Diddy, Swizz Beatz, T-Pain, Akon, Lil’ Wayne – “Arab Money” (RMX)

Wo wir gerade bei Lil’ Wayne sind: Der König von Weezyiana hat zusammen mit seinen Partners in Crime von The Empire den sechsten Teil seiner “Drought”-Mixtapereihe veröffentlicht. “The Drought Is Over Pt. 6 (The Reincarnation)” klingt zwar leider nicht ganz so wahnsinnig wie der Vorgänger, kann aber trotz allem mit einigen Bangern aufwarten. Da wären zum Beispiel der Opener “I’m A Monster”, das nicht nur vom Titel her als veritabler “I’m A Beast”-Nachfolger durchgeht, oder “Blinded” mit einem ziemlich dreisten Sample von der Manfred Mann’s Earth Band. Mein Lieblingstrack bleibt aber “Tell Everybody That You Know” mit Kanye West, das während des Aufnahmeprozesses zu “808 & Heartbreak” entstanden sein muss. Wie das Duo Weezy und Yeezy die Autotune-gepushten Rockstars gibt, ist schwer hitverdächtig. Ansonsten gibt es noch halbfertige Songskizzen, ein paar Dirty-South-Representer und Features von namhaften Größen wie dem unermüdlichen Swizzy, The Game, Rick Ross oder Chris Brown. Geht also locker durch das Ganze, vor allem zum Vorzugspreis von EUR 0,00. Als Nicht-Araber muss man seine Kröten eben zusammenhalten.

The Empire & Lil’ Wayne – “The Drought Is Over Pt. 6 (The Reincarnation)” (Download)

(flo)

Weekend Wrap-Up

Clubsounds, Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

OK, ich hab gerade nicht viel Zeit, aber auf die besten Songs des Wochenendes muss ich dennoch schnell hinweisen:

Allen voran ist die wunderbare Keri Hilson. Deren Debüt “In A Perfect World…” gehört zwar zu der Sorte Alben, die in Wahrheit niemals erscheinen werden, aber solange uns die 26-Jährige immer wieder neue Banger präsentiert, lässt sich die Wartezeit noch etwas zu verschmerzen. Auf dem neuesten Streich “Turnin’ Me On” lässt Polow Da Don ein ziemlich reduziertes Electro-Brett aus seinen Maschinen, während Keri und Featuregast Lil’ Wayne sich irgendwelche Schweinereien zuraunzen. Weezy darf sogar einmal “vagina” sagen. Nasty.

Keri Hilson feat. Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (Video)

Als nächstes kommen die Berliner Nu-Jazz-Helden von Jazzanova, die mit ihrer neuen Single “I Can See” (aus dem Album “Of All The Things” eine Feel-Good-Nummer nach allen Regeln der Kunst rausgehauen haben. Manchmal ein wenig kitschig, bisweilen etwas unspannend, aber immer: Schön. Featuregast Ben Westbeech sorgt außerdem für eine angemessene vokalistische Untermalung. Ich hab übrigens keine Ahnung, wer das ist. Macht aber nichts.

Jazzanova feat. Ben Westbeech – “I Can See” (Video)

Last but ganz bestimmt nicht least hätten wir noch Gnarls Barkley im Angebot, die vor kurzem eine EP namens “Who’s Gonna Save My Soul” veröffentlicht haben. Darauf sind vier verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, eine Live-Version von “Neighbor” sowie ein brandneuer Track zu finden. Besagter Song heißt “Mystery Man” und wartet neben einem ziemlich kryptischen Video noch mit harten Drums und fast schon einer Dälek‘schen Freude am Experimentieren mit Störgeräuschen auf. Super Sache also. Dass Cee-Lo Green auf dem Track übertrieben krass abgeht, ist sowieso keine gesonderte Erwähnung mehr wert.

Gnarls Barkley – “Mystery Man” (Video)

(flo)

Musik – frisch ausgepackt

Allgemein, Clubsounds, HipHop, Mixtapes, News, Soul & Funk, Style No Comments

Heute gibts mal ein paar Songs, die mir ganz gut ins Ohr gehen.
Zunächst einmal etwas Afrobeat von den grandiosen BLK JKS aus Südafrika:





Kanye hat vor kurzem einen gewissen Kid Cudi gesignt, der Song gefällt mir vom bei über die Website der Kleidungsmarke 10deep releasten Mixtape persönlich am besten. Get the Tape und als Vorgeschmack schonmal: Cleveland is the reason:





Ich bin momentan etwas auf Grime hängengeblieben und nachdem Kano in einem Interview einen Typen namens Ghetto erwähnt hat, hab ich den mal ausgecheckt. Super cooles Video, aber seht selbst:





(martin)

I Said No, No, No

Eastcoast, HipHop, R'n'B, Westcoast No Comments

Also, diese Videobeschreibung auf OnSmash ist ja gleich in zweierlei Hinsicht Beschiss. “Video For Rihanna ‘Rehab’ Featuring Justin Timberlake off of ‘Good Girl Gone Bad’ In Stores Now!” ist da zum neuen Video von Rihanna zu lesen, aber da gilt es einiges gerade zu rücken. “In Stores Now” heißt in diesem Falle so viel wie “seit eineinhalb Jahren”, denn “Good Girl Gone Bad” wird eigentlich nur noch mit einem lieblosen Re-Release am Laufen gehalten. “Rehab” ist eine der neu hinzugefügten Singles der Re-Issue und läuft sogar schon seit längerem im Radio, hat aber jetzt erst ein Video erhalten. In dem auch Justin Timberlake eine tragende Nebenrolle inne hat – ohne was zum Song an sich beigetragen zu haben. Leichter hat sich JT wohl selten ein paar Dollar dazu verdient. Da der Song von Timbaland produziert wurde, hat man da vermutlich einfach einen lukrativen “Zwei für Eins!”-Deal ausgehandelt. Ansonsten ist “Rehab” ein guter, radiotauglicher Popsong geworden, der einmal mehr aufzeigt, dass bei der 20-Jährigen alles Gold ist, was nicht gerade in die Kategorie “Balladesker Schmeichel-Schmu” gehört. Damit sollten die ehrwürdigen Geschäftsmänner von Def Jam Records das Album auf jeden Fall ins Weihnachtsgeschäft retten können. Müssen ja auch alle ihre Mieten zahlen und so.

Rihanna – “Rehab” (Video)

Das Rezept, dass The Alchemist im Intro seines neuen Videos zu “Lose Your Life” (aus der kommenden EP “The Alchemist’s Cookbook”) gefunden hat, ist tatsächlich recht einfach: Eine MPC sowie ein Triumvirat aus Snoop Dogg, Jadakiss und Pusha T – mehr braucht es nicht für einen heißen Track. Auf dem böse vor sich hinrollenden Klimper-Instrumental sticht vor allem Jada wieder einmal durch seinen abgeklärten Part hervor, aber auch Pusha muss sich nicht verstecken, während Snoop den Aushilfs-Nate Dogg gibt. Superkrasser Next Level Shit? Eher nicht so. Solides iPod-Futter? Das auf alle Fälle. Auch wenn das (gelungene) Video ungefähr drei Wochen zu spät für Halloween dran ist.

The Alchemist feat. Snoop Dogg, Jadakiss, Pusha T – “Lose Your Life” (Video)

(flo)

Funky Drummer

Deutschland, HipHop 1 Comment

Seit dem Tod des großen J Dilla vor zweieinhalb Jahren sucht die gesamte HipHop-Gemeinde immer noch nach dem legitimen Jay Dee-Nachfolger. Wie sinnvoll oder sinnlos diese Beschäftigung ist, steht auf einem anderen Blatt Papier, aber Fakt ist: Black Milk könnte durchaus legitime Ansprüche auf diesen Titel erheben, wenn er denn wollte. Der 25-Jährige gehört nicht nur dem direkten Detroiter Umfeld Dillas an, er hat mit seinen vergangenen Alben auch bewiesen, dass er sich darauf versteht, solide Necksnapper ganz nach der Tradition des Meisters aus der MPC zu schütteln. Mit seinem neuen Werk “Tronic” geht Curtis Cross jedoch in eine etwas andere Richtung und experimentiert fast schon Roots-mäßig mit Live-Instrumentation. Die erste Single “Give The Drummer Sum” fährt daher nicht nur mit einem netten Querverweis auf die Ultramagnetic MC’s auf, sondern auch mit einem furztrockenen, drumlastigen Instrumental mit pointierten Bläser-Einsatz. Mit sowas kriegt man mich immer. Steckt ja auch ordentlich Funk drin.

Black Milk – “Give The Drummer Sum” (Video)

“Wo sind die Gegnaz?” Tjaha, es ist mal wieder so weit. Die “Aggro Ansage 8″ steht ins Haus, und die Hauptstädter von Aggro Berlin versuchen, uns mit einer Snippet-Single den Mund wässrig zu machen. Um es vorwegzunehmen: Das funktioniert nur zur Hälfte. Bei Tony D bleibt alles beim Alten, denn der “Mann mit dem Klang” ist nur dann wirklich unterhaltsam, wenn man sich in angetrunkenem Zustand befindet. (Glück für Tony, dass es da bei mir nur eineinhalb Cuba Libre braucht.) “Hundert Metaz” kann daher nicht vollständig überzeugen, trotz des lustigen Konzepts. Besser fährt mir da schon “5 krasse Rapper” ein, auf dem Tony den lustigen Hypeman am Steuer des Partybusses gibt und B-Tight einmal mehr demonstriert, dass er technisch gesehen der beste Rapper des Labels ist. Konkurrenz bekommt Bobby nur von Kitty Kat, die jetzt endlich auch ein Gesicht hat, dafür schon mal bessere Parts abgelieferte. Und das abschließende “So is es” mit Sido und Fler ist leider absolut unhörbar. Die achte Aggro-Ansage scheint also ganz in der Tradition seiner Vorgänger zu stehen: Einige Banger, viel Füllmaterial. Fans können sich ab dem fünften Dezember selbst einen Eindruck verschaffen.

Tony D, B-Tight, Kitty Kat, Sido, Fler – “Aggro Ansage 8″ (Video)

(flo)

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