Drunk And Hot Girls

Clubsounds, Dirty South, HipHop, R'n'B No Comments

Wir kategorisierungswütigen Musikschreiberlinge müssen ja alles sofort in Schubladen stopfen. Was die Mädels von Electrik Red, der neuen Girlgroup von Def Jam Records, so machen, lässt sich wohl am besten folgendermaßen umschreiben: So klingen die Pussycat Dolls, wenn sie sich während eines New-Orleans-Aufenthalts zu viel lila Hustensaft hinter die Binde geschüttet haben. Die Story hinter der eifrig gepushten ersten Single “Drink In My Cup” ist schnell erzählt: Lesley, Sarah, Naomi und Binkie kommen in deinen Club und demolieren sturzbesoffen das Mobiliar. Außerdem führen die vier Mädels gerne gewagte Tänze auf der Damentoilette auf und es ist ihnen scheißegal, dass sie den Mitarbeiter-Bereich nicht bereten dürfen. Das verrät zumindest das Video. Dazu gibt es in auf Krawall gebürstetes Instrumental ganz nach der Machart das dreckigen Südens, in dem sich bei genauem Hinhören auch viele Zitate aus der jüngeren Popgeschichte ausmachen lassen. Mir schleierhaft, wie ich das alles nicht gut finden soll. Die ganze Nummer ist eigentlich auch ziemlich feministisch, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Aber irgendjemand wird sich schon finden, der den Song in den falschen Hals kriegt.

Electrik Red – “Drink In My Cup” (Video)

Eigentlich ist die zweite DJ Khaled-Single aus seinem neuen Album “We Global” ziemlich unerwähnenswert. Denn eigentlich ist es bei diesem Typen ja auch immer das Gleiche: The Runners produzieren, einer oder mehrere Gastrapper machen das, wofür sie bezahlt werden, T-Pain singt den Refrain und Khaled selbst hat nichts zu alldem beigetragen, außer “Im Video ein paar Mal grimmig in die Kamera kucken” zählt plötzlich als künstlerischer Beitrag. Das alles gilt auch für “Go Hard”, so dass wir den Song getrost ignorieren könnten; wenn, ja wenn da nicht Kanye West wäre. Der hat nämlich zwei Killer-Strophen rausgelassen, die er sich mal besser für sein eigenes Album aufgehoben hätte. Uns soll’s recht sein. “I’ma tell you like George Bush told me / fuck y’all niggers, I’m outta here”. Ansage.

DJ Khaled feat. Kanye West & T-Pain – “Go Hard” (Video)

(flo)

Interview: Curse

Deutschland, HipHop, Interview, Live No Comments

“Ah, ihr wart das mit dem Curse-Interview? Könnt ihr noch ‘ne halbe Stunde warten? Er frühstückt noch.” Wohlgemerkt: Es ist halb vier an einem Montagnachmittag. So ist das also mit dem Rockstar-Leben. Das gibt uns allerdings die willkommene Gelegenheit, uns noch ein bisschen im Münchner Ampere umzusehen, in dem Curse am Abend mit Band auftreten wird. Die Arbeiten an der Soundtechnik vermitteln bereits einen kleinen Eindruck davon, wie viel Aufwand und Akribie in dieser Tour steckt. Unzählige Instrumente und Mikrofonständer belagern die nicht gerade große Stage und werden von einem der zahlreichen Techniker immer wieder zur Seite gerückt. Nach genau 30 Minuten Warten begrüßt uns dann ein sichtlich angeschlagener Curse mit dicker Sonnenbrille und warmem Schal um den Hals. Der Auftritt am vorherigen Abend in Oberhausen scheint anstrengend gewesen zu sein. Das ganze Interview lang sollte er in einem tee-ähnlichen Getränk rühren, in dem etwas umherschwimmt, das aussieht wie Suppenwürfel.

Wir gehen nach oben in einen kleinen Garderobenraum, wo Curse es sich in einem grünen, ausgewetzten Sessel bequem macht. Das Diktiergerät läuft. Curse hat das Wort.

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Heartbreak Hotel

Deutschland, HipHop, Sonstiges No Comments

Jaja, ich weiß, schon wieder dieser Typ. Aber Kanye West hält die Blogosphäre momentan mit seinen musikalischen Eskapaden in Atem wie kein anderer. Klar, wenn Yeezy plötzlich zum liebestollen Werwolf wird, der mit Auto-Tune den Mond anheult, will man das natürlich auch mitkriegen. Aus seinem neuen, am 25. November erscheinenden Album “808 & Heartbreak” sind schon einige Tracks bekannt, teilweise richtig grandios (“Love Lockdown”), teilweise richtig furchtbar (das unsägliche “Robocop”). “Heartless”, die neue Single des Louis Vitton Don, liegt da wohl irgendwo in der Mitte. Ein bisschen erinnert mich der Song an Kaufhausmusik: Stört nicht wirklich, muss man aber auch nicht zwingend öfter haben. Musikalisch betrachtet sind durchaus einige nette Ideen dabei (zum Beispiel die Bridge), aber am Ende des Tages ist das alles irgendwie belanglos. Ahja, bevor jemand nachfragt: Ja, es geht um Frauen, und ja, Auto-Tune ist natürlich auch am Start. Trotz allem hätte ich persönlich es ganz gern etwas weniger avantgardistisch, aber ich glaube, den Gefallen tut ‘Ye mir nicht.

Kanye West – “Heartless” (Video)

Währenddessen gönnt sich Kool Savas ein wenig Größenwahn in Game’schen Dimensionen und versammelt sage und schreibe 17 andere Rapper zum Mammut-Remix von “Der Beweis” (zu finden auch auf dem neuen “John Bello”-Mixtape). Die Punchline-Dichte ist erwartbar hoch, aber wie es für solche Projekte üblich ist, stechen einige Rapper hervor, während man auf einige andere Kollegen locker hätte verzichten können. Savas und Olli Banjo liefern Technikgemetzel, Ercandize, Vega und Favorite schießen Punchline um Punchline, während Plan B, Maeckes und Kaas einmal mehr die Grenzen ausloten, die es im deutschen Sprechgesang so gibt. Auf der anderen Seite fallen Kollegen wie Jifusi, Phreaky Flave und überraschenderweise auch Amar deutlich ab. Super ist die ganze Sache natürlich trotzdem.

Kool Savas feat. Olli Banjo, Plan B, Maeckes, Caput, Mo Trip, Ercandize, Cobra, Franky Kubrick, Sizzlac, Laas Unltd., Jifusi, Phreaky Flave, Amar, Germany, Favorite, Kaas, Vega – “Der Beweis 2″ (Mammut RMX)


(flo)

Rock The Vote

R'n'B, Sonstiges No Comments

Sorry, kein Update heute. Dafür dies hier, nehmt es als unseren Sonderbeitrag zur US-Wahl.

Shontelle – “Battle Cry” (Video)

Wer weiß, vielleicht geht’s aber auch so aus:

Homer Simpson tries to vote for Obama

Bis morgen!

(flo)

When You Were Young

Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges No Comments

Bushido. Karel Gott. Alphaville. Was zunächst wie die fürchterliche Idee eines verpickelten Mash-Up-Sesselpupsers klingt, ist nun tatsächlich die zweite Single aus Bushidos Album “Heavy Metal Payback” geworden. “Für immer jung” covert (zumindest im Refrain) den 80′er-Klassiker “Forever Young” der Münsteraner Synthpop-Typen von Alphaville, und Karel Gott (of Biene Maja-Fame) liefert den Chorus. Diese Mischung gestaltet sich dank einer erfreulich kitschfreien Umsetzung und der starken Delivery Bushidos überraschend schmerzfrei. Der 30-Jährige schlüpft hier in die Rolle eines Familienvaters und beleuchtet dessen Probleme: Aufmüpfige Kinder, unterkühltes Verhältnis zur Frau, kranke Eltern. Besonders Letzteres bringt Bushido authentisch und eindringlich herüber – hier gibt es auch die größten Überschneidungen mit der eigenen Biographie: “Genieß den Augenblick, wenn du mit deinen Freunden bist / diesen Moment mit deiner Mutter, denn dann freut sie sich / irgendwann wird sie gehen / genieß den Augenblick, den du gerade mit ihr teilst, alles andere braucht sie nicht”. File under: Gute, eigenständige deutsche Popmusik. Und Karel Gott ist auch ein echt guter Sänger. Da, jetzt hab ichs gesagt.

Bushido feat. Karel Gott – “Für immer jung” (Video)

Ich hab nicht mehr viel Zeit, daher hier nur ein kurzer Verweis auf das neue Lil’ Wayne-Video zusammen mit Bobby Valentino. File under: Irgendwie dämlich, aber auch irgendwie großartig.

Lil’ Wayne feat. Bobby Valentino – “Mrs. Officer / Comfortable” (Video)

(flo)

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