Merry Christmas
Dezember 24, 2008 Allgemein, Westcoast No CommentsWir wünschen euch frohe Weihnachten und zelebrieren mit einem speziellen Weihnachtssong. Kennen bestimmt schon alle, aber trotzdem lustig ![]()
Wir wünschen euch frohe Weihnachten und zelebrieren mit einem speziellen Weihnachtssong. Kennen bestimmt schon alle, aber trotzdem lustig ![]()

Also, dieses “Neopunk” ist schon eine Bitch, alles was recht ist. Selten hat mich ein Album so lange genervt, bis ich mir dann doch eingestehen musste, dass es eigentlich ein kleines Meisterwerk ist. Ähnlich wie bei “808 & Heartbreak” funktionieren die meisten Songs auf dem jüngsten Streich von Prinz Pi nur im Kontext zueinander, entfalten aber dann eine umso größere Wirkung. Eine der wenigen Ausnahmen hierbei ist “2030″, welches der Berliner nun auch als Single ausgekoppelt hat. Neben dem verträumten Instrumental von Biztram hat mich vor allem das liebenswerte Songkonzept sofort überzeugt. Auf dem Track skippt Pi ein paar Jahrzehnte vor, entwirft ein Szenario vom Leben im Jahr 2030 und erzählt davon, wie sich seine (imaginären) Kinder über all die seltsamen antiquitierten Sachen wundern, die ihr Vater noch auf dem Speicher liegen hat: CD’s, Musikzeitschriften, Kopfhörer, iPhones. “Die Kinder fragen / ‘Warum habt ihr weite Jeans getragen?’ / Sie belächeln mein altes iPhone als wäre es ‘ne Schiefertafel / [...] ‘Warum waren die Fernseher so dick, wie konnt’ man die zusammen falten / Wer waren damals die Firmen, die unser Land verwalten?’” Eine nicht ganz so furchteinflößende Zukunftsvision wie Robocop, aber trotzdem: Schöne Scheiße. Leider bringt das Video aufgrund der unglaublich schlechten Soundqualität den Charme des Songs nicht ansatzweise herüber, daher habe ich hier noch den Stream beigefügt. Service-Gedanke und so.
Prinz Pi – “2030″ (Video)
Außerdem Pflichtprogramm: Die neue 12-Inch von Royce Da 5’9”. Der Detroiter wird den meisten noch von der Killersingle mit Eminem von vor ein paar Jahren bekannt sein, deren Namen ich allerdings schon längst wieder vergessen habe. Seitdem hat sich der 31-Jährige eher dünn gemacht, sich mit Ghostwriting-Auftragsarbeiten für Branchengrößen wie Diddy über Wasser gehalten, sein eigenes Label “M.I.C. Records” gegründet und zwischendrin ist er auch mal in den Knast eingefahren. Zuletzt hat sich Ryan Montgomery jedoch mit DJ Premier im Studio eingeschlossen. Good News, definitiv, was “Shake This” auch eindrucksvoll bestätigt. Selten hatte ein HipHop-Song so viel Blues, so viel Liebe, so viel Melancholie. “Now picture me falling / all the way to the bottom and I’m laying and calling / ‘Somebody come help me!’ / Found my strift to stop drinking, it’s poison / ‘fore I try my gift, and yeah it’s propably unhealthy / ’cause I went so hard and woke up sober / I lost my good friend and broke up soldiers.” Krass.
Royce Da 5’9” – “Shake This” (Video)
(flo)

Ich weiß nicht, ob die internationalen Finanzmärkte das gebraucht haben, aber jetzt haben sie’s: Den Soundtrack zur Finanzkrise. Wenigstens stammt der nicht von irgendwelchen Heulbojen wie Enya oder so, sondern von den ehrenwerten Herren von N.E.R.D. Deren dritte Single “Sooner Or Later” war freilich nicht als Krisen-Kantate gedacht, sondern hat eher einen breiteren Ansatz und bleibt im Vagen. Aber dass Zeilen wie die folgenden nun einmal recht passend sind, ist kaum zu bestreiten: “Sooner or later it all comes crushing down / Crushing down / When everyone’s around / I bet you would’ve paid up or you’ll cash down / and not make a sound.” Der Song an sich gehörte zu den stärksten Tracks des ohnehin schon unverschämt starken “Seeing Sounds”-Albums – wie nach der Bridge plötzlich mit harten Snares der Refrain hereinprescht und Pharrell seine Coldplay-Gedächtnis-Performance hinlegt, gehört zweifelsohne zu den besten musikalischen Momenten 2008. “It’s over, leave it”? Näh, lieber nochmal Repeat gedrückt.
N.E.R.D. – “Sooner Or Later” (Video)
“All I do is party”. Wer es in diesen schwierigen Zeiten gerne etwas hedonistischer hätte, der ist wie immer beim Kollegen N.O.R.E. gut aufgehoben. Victor Santiago Jr. hat sich nämlich auf die neue Single des kanadischen Electro-Duos MSTRKRFT verirrt und gibt dort den Tanzbär. Ein 120 Kilo schwerer Reggaetone-Typ aus Queens im Video irgendwelcher Elektronik-Nerds aus Toronto – diese Mischung ist genauso grotesk, wie sie sich anhört. Gerade deswegen ist “Bounce” jedoch ein veritabler Abreißer für das Tanzlokal deiner Wahl geworden, auch weil man vermutlich ohnehin keinen besseren Hypeman gefunden hätte als Noreaga. Schon irgendwie scheiße, das alles, aber letztendlich doch super.
MSTRKRFT feat. N.O.R.E. – “Bounce” (Video)
(flo)

Schöne Menschen und Käse – eine geradezu explosive Mischung. Das hat sich wohl auch DJ Kitsune gedacht, der für die zweite Single aus seinem Debütalbum “Victory” Harris und Jonesmann zum gemeinsamen Braggen ‘n Boasten versammelt hat. Der konsequenterweise “Wer kann schöner sein” betitelte Track lässt mich verwundert über den Fakt zurück, dass Harry und SJ tatsächlich noch nie gemeinsam auf einem Song zu hören waren – denn der Vibe stimmt hier von vorne bis hinten. Auf einem böse vor sich hinrollenden Industrial-Stomper von Crada überbieten sich der Berliner und der Frankfurter gegenseitig mit über-arroganten Punchlines: “Ich bummel durch die Booth, kack rein, Kids feiern meine Moves”. Nicht zur Nachahmung empfohlen. Schön auch, dass Harry am Ende seiner Strophe Chuck Norris-Witze salonfähig macht.
DJ Kitsune feat. Harris & Jonesmann – “Wer kann schöner sein” (Video)
Super ist auch der neueste im Netz zirkulierende Jay-Z-Remix, auf dem Ex-Blink 182-Drummer und Überlebenskünstler Travis Barker “Jockin’ Jay-Z” mit seinen Drumsticks veredelt. Ich hab allerdings keine Ahnung, wo diese trashigen Gitarren herkommen, aber man gewöhnt sich ja an alles. Insgesamt eine gute Sache, das alles, vor allem, wenn man der örtlichen Dorfdisco die Originalversion nicht so recht schmackhaft machen kann. “Somebody should’ve told him I’m a fuckin’ rockstar”? In der Tat.
Jay-Z – “Jockin’ Jay-Z (Travis Barker RMX)”
Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Der Fotograf Vasily Konstantin hat ein kostenloses Online-Magazin im Flash-Format namens “HHNoise” gestartet. In der “Ausgabe Null” gibt es interessante Interviews und Fotostrecken mit unter anderem Kool Savas, T.I. und Curse. Viel Spaß!
(flo)

Sowohl Jay-Z als auch die viel zu früh verstorbene Afrobeat-Legende Fela Kuti gehören sicherlich zu den einflussreichsten schwarzen Musikern der letzten 100 Jahre. Grund genug für DJ Mike Love aus Chicago, die beiden mal zum Königstreffen aufeinandertreffen zu lassen. Herausgekommen ist dabei das vielleicht beste Mash-Up-Tape, das ich je gehört habe – und wer meinen tiefen Hass auf Mash-Ups kennt, weiß, wie schwer mir dieser Satz von den Tippfingern gerät. Auf “Nigerian Gangster” mixt Mike Love die Vocals von Hovas “American Gangster”-Album mit den größten Hits des nigerianischen Volkshelden. Neben der ganz offensichtlichen handwerklichen Versiertheit, mit der dieses Tape zusammengeschraubt wurde, fällt ganz besonders positiv auf, wie Mike mit ein paar simplen Kniffen manchen Songs eine völlig andere Grundstimmung verpasst hat. Aus dem ursprünglich pathosgeschwängerten “American Dreamin’” wird ein tanzbares, Psychedelic-Rock-beeinflusstes Monster mit äußerst unorthodoxen Claps, das minimalistisch angelegte “Blue Magic” wird zu einer jazzigen Lounge-Nummer, während “Sweet” mit Hilfe eines einzigen Bläser-Loops zum stärksten Song des Tapes mutiert. Ganz generell gesprochen also eine super Sache, und zu diesem Zeitpunkt darf man’s auch mal ruhig aussprechen: Mixtape des Jahres.
DJ Mike Love @ MySpace (+ Stream vom Mixtape zum Reinhören)
DJ Mike Love – “Nigerian Gangster” Mixtape (Download)
Außerdem gut: Das neue Video von The Game zusammen mit Ne-Yo. Aber das wussten wir bereits.
The Game feat. Ne-Yo – “Camera Phone” (Video)
(flo)