2030 Radical Man
Dezember 20, 2008 Deutschland, HipHop No Comments
Also, dieses “Neopunk” ist schon eine Bitch, alles was recht ist. Selten hat mich ein Album so lange genervt, bis ich mir dann doch eingestehen musste, dass es eigentlich ein kleines Meisterwerk ist. Ähnlich wie bei “808 & Heartbreak” funktionieren die meisten Songs auf dem jüngsten Streich von Prinz Pi nur im Kontext zueinander, entfalten aber dann eine umso größere Wirkung. Eine der wenigen Ausnahmen hierbei ist “2030″, welches der Berliner nun auch als Single ausgekoppelt hat. Neben dem verträumten Instrumental von Biztram hat mich vor allem das liebenswerte Songkonzept sofort überzeugt. Auf dem Track skippt Pi ein paar Jahrzehnte vor, entwirft ein Szenario vom Leben im Jahr 2030 und erzählt davon, wie sich seine (imaginären) Kinder über all die seltsamen antiquitierten Sachen wundern, die ihr Vater noch auf dem Speicher liegen hat: CD’s, Musikzeitschriften, Kopfhörer, iPhones. “Die Kinder fragen / ‘Warum habt ihr weite Jeans getragen?’ / Sie belächeln mein altes iPhone als wäre es ‘ne Schiefertafel / [...] ‘Warum waren die Fernseher so dick, wie konnt’ man die zusammen falten / Wer waren damals die Firmen, die unser Land verwalten?’” Eine nicht ganz so furchteinflößende Zukunftsvision wie Robocop, aber trotzdem: Schöne Scheiße. Leider bringt das Video aufgrund der unglaublich schlechten Soundqualität den Charme des Songs nicht ansatzweise herüber, daher habe ich hier noch den Stream beigefügt. Service-Gedanke und so.
Prinz Pi – “2030″ (Video)
Außerdem Pflichtprogramm: Die neue 12-Inch von Royce Da 5’9”. Der Detroiter wird den meisten noch von der Killersingle mit Eminem von vor ein paar Jahren bekannt sein, deren Namen ich allerdings schon längst wieder vergessen habe. Seitdem hat sich der 31-Jährige eher dünn gemacht, sich mit Ghostwriting-Auftragsarbeiten für Branchengrößen wie Diddy über Wasser gehalten, sein eigenes Label “M.I.C. Records” gegründet und zwischendrin ist er auch mal in den Knast eingefahren. Zuletzt hat sich Ryan Montgomery jedoch mit DJ Premier im Studio eingeschlossen. Good News, definitiv, was “Shake This” auch eindrucksvoll bestätigt. Selten hatte ein HipHop-Song so viel Blues, so viel Liebe, so viel Melancholie. “Now picture me falling / all the way to the bottom and I’m laying and calling / ‘Somebody come help me!’ / Found my strift to stop drinking, it’s poison / ‘fore I try my gift, and yeah it’s propably unhealthy / ’cause I went so hard and woke up sober / I lost my good friend and broke up soldiers.” Krass.
Royce Da 5’9” – “Shake This” (Video)
(flo)
