Blu Magic

Clubsounds, Eastcoast, HipHop, Westcoast No Comments

Aaaaaaaand… we’re back!

Irgendwie schade, dass während unserer kreativen Auszeit nicht mehr passiert ist im lustigen urbanen Musikantenstadl, außer Chris Brown’s Mike Tyson-Einlagen, versteht sich. Andererseits ist das eine willkommene Gelegenheit, ein bisschen hochverdiente Promotion für Blu zu machen. Immerhin beschenkt uns der 25-Jährige aus Kalifornien in regelmäßigen Abständen mit Freetracks allererster Güteklasse, die andere Rapper so nicht mal bei ihren Recordings fürs Album hinbekommen würden. Diese Woche sind zwei neue Songs im Netz gelandet, die den Blu’schen Qualitätsstandard mühelos halten. Sowohl “JB’s Gone” als auch “Amnesia” sind zwei herrlich vertrackte, kantige, aber gleichzeitig warme Songs, die jeweils um ein prägnantes Soul- bzw. Jazz-Sample herumgebaut wurden. Ganz recht, der Typ schüttelt so was aus dem Ärmel, als wäre es nichts. Muss man fast mögen.

Blu – “JB’s Gone”

Blu – “Amnesia”

Im großen Apfel sind die wiedervereinigten Capone-N-Noreaga derweil schwer beschäftigt, immerhin will das bald erscheinende Reunion-Album “Channel 10″ angemessen promoted werden. Zu diesem Zweck haben Capone und N.O.R.E. ihre Sparschweine geknackt und sich die Unterstützung von Ron Browz und Busta Rhymes gesichert, die spätestens seit der “Arab Money”-Nummer als die Hitlieferanten der Stunde gelten. Dementsprechend klingt der Song namens “Rotate” auch: Hier ein bisschen “Arab Money”, da ein bisschen “Pop Champagne” – beatwise klingt das alles ein bisschen altbacken und hektisch, was sich dann vor allem im Chorus manifestiert. Zu allem Unglück sind die Strophen der beiden CNN-Knastbrüder dann auch noch eine einzige Frechheit geworden. Totalausfall also? Nicht, wenn man einen Bus-A-Bus am Start hat, dem 40 Sekunden völlig ausreichen, um den Track mit einem unübertroffen asozialen Part in seine Einzelteile zu zerlegen. “I’m about to fuck the building up, gimme uno momento.” Besser kann man sein Feature-Budget gegenwärtig wohl kaum anlegen.

Capone-N-Noreaga feat. Ron Browz & Busta Rhymes – “Rotate” (Video)

(flo)

Swagga Like Us

Allgemein, HipHop, Live, News, R'n'B, Style No Comments

Die Grammys 09 sind Geschichte. Mit dabei ein handfester Skandal um Chris Brown, der nach einem tätlichen Angriff auf Rihanna festgenommen wurde und wegen dem beide ihre Auftritte absagen mussten. Hier noch eine Liste der relevanten Gewinner:

Beste weibliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Superwoman” von Alicia Keys

Beste männliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ R&B:

“Stay with Me (By the Sea)” von Al Green und John Legend

Bester R&B-Song:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Bestes zeitgenössisches R&B-Album:

“Growing Pains” von Mary J. Blige

Bestes R&B-Album:

“Jennifer Hudson” von Jennifer Hudson

Beste Rap-Solodarbietung:

“A Milli” von Lil Wayne

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ Rap:

“Swagga like us” von T.I. & Jay-Z & Kanye West & Lil Wayne

Beste Zusammenarbeit Rap/ Gesang:

“American Boy” Estelle featuring Kanye West

Bester Rap-Song:

“Lollipop” von Lil Wayne

Bestes Rap-Album:

“Tha Carter III” von Lil Wayne

Kanyeezy hat zwei Grammys in Nebenrollen mitnehmen können, aber sein Album ging leer aus. Die Awards für Lil Wayne wundern niemanden, das Album ist über jeglichen Zweifel erhaben und A Millie und Lollipop sind auch echte Kracher. Dass die Jungs Swagger haben, haben T.I., Jigga,, Yeezy und Weezy schon längst bewiesen, nun dafür noch der Grammy.

(Martin)

Kopfsport – Hart aber Herzlich

Deutschland, HipHop, Review 1 Comment

Ich weiß nicht ob man Kopfsport noch als Newcomer bezeichnen sollte, sind die Jungs Daster, Menace und First Strike schon seit ’98 unterwegs. Zunächst war jeder noch in unterschiedlichen lokalen Crews in Raum Augsburg/Landsberg (für die Unwissenden: ca. 80km von München entfernt)  tätig. Nach der Mitarbeit Dasters auf einer Ep von Menace beginnt man zusammenzuarbeiten und sind seit 2007 unter dem Namen Kopfsport bekannt.
Letztes Jahr waren sie unter anderem am genreübergreifenden Augsburger Stadtsampler “11-Tausend – Deine Stadt Dein Ding“ beteiligt. Außerdem gab es Auftritte im BR und auf lokalen Festivals.
So weit zur Geschichte, hier liegt nun das Debütalbum „Hart aber Herzlich“ vor mir, es finden sich 10 Tracks und 3 Remixe auf der Scheibe.
Was einem beim ersten Durchhören sofort auffällt ist, dass die Beats sehr melodisch sind und die Texte sehr lyrisch und inhaltvoll. Mir gefallen auch die zahlreichen Cuts von First Strike, man fühlt sich wieder so ans Ende der 90er Jahre zurückversetzt.

Mit „Heiliger Rasen“ beginnt das Album gleich mit einem netten Burner konstruiert aus einem straight nach vorne gehenden Beat garniert mit Fußballmetaphern. Nach „Hart aber Herzlich“ ist das Album benannt. Zwar hat man das Sample schon das ein oder andere Mal gehört, aber es ist trotzdem ein ganz netter Representer herausgekommen. „Schiffschaukel“ ist dann wieder ein eher nachdenklicher Track und genau dieser Typ von Song gefällt mir bei Kopfsport. Lyrisch ausgefeilte Texte mit Niveau auf samplebasiertem Boom-Bap. Das ganze Album ist sehr kohärent, es macht daher wenig Sinn auf weitere Tracks einzugehen, dennoch hat jeder Song ein eigenes Konzept und transportiert einen eigenen Vibe.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass der Flow gelegentlich etwas holprig ist („Mamacita“) und man die Remixe nicht unbedingt gebraucht hätte.
Meine Empfehlung ist aber dennoch: Supportet den Nachwuchsact und kauft euch die Scheibe, hier steckt echt Herzblut drin, ihr werdets nicht bereuen. Man kann das ganze direkt auf www.kopfsport.com bestellen, der Preis von 10 Euro ist sehr fair, zudem gibt’s dort auch den Free Track „Mamacita“. Demnächst gibts das ganze auch auf ITunes, sowie in eurem Plattenladen.

8/10