Still Dreamin’

Deutschland, HipHop, R'n'B 2 Comments

Auch wenn mir die selbsternannten Gralshüter des deutschen HipHops gleich ordentlich aufs New Era-Käppi geben werden: Mit Tone konnte ich noch nie so recht etwas anfangen. Klar, die Technik des Frankfurters ist nach beinahe 20 Jahren im Spiel scharf wie ein Katana-Schwert, aber leider hat der 34-Jährige genau einen Flow und denkt gar nicht erst an so etwas wie Variation. Es hat schon einen Grund, warum man ihn den “Reimroboter” nennt. Trotz allem ist Anthony Wolz natürlich vollkommen zu Recht eine Legende des deutschen HipHops, die eine treue Fanbase um sich gescharrt hat. Die musste beinahe vier Jahre auf ein neues Lebenszeichen von Tone warten, doch nun meldet sich der Frankfurter zurück. “Deutschrap” heißt die erste Single aus dem am dritten April erscheinenden Album “Phantom”, und darauf liefert Tone seinen Fans genau das, was sie von ihm hören wollen: Aggressive, technisch versierte Battle-Raps auf schweren, elektronischen Beats. Ziel der Tone’schen Verbalattacken ist vor allem die (mittlerweile auch nicht mehr so junge) Deutschrap-Generation von der Straße, die bisweilen bekanntlich etwas zu wenig Augenmerk auf Technik und Liebe zur Kultur legt: “Du musst nur sagen, dass du von der Straße bist / auch wenn die Wahrheit ist, dass du eigentlich von der Sesamstraße sprichst”. Dabei klingt der 34-Jährige durchaus etwas verbittert, aber wenn sich das einer erlauben darf, dann Tone. Immerhin hat er auch durchaus wertvolle Ratschläge parat: “Wenn du nicht rappen kannst, halt die verdammte Fresse”. Das sollten sich wirklich einige Leute zu Herzen nehmen.

Tone – “Deutschrap” (Video)

Auf der anderen Seite des großen Teichs werkelt derweil The-Dream ganz eifrig daran, sein neues, heute erschienenes Album “Love Vs. Money” unter die Leute zu bringen. Was liegt da als Promo-Maßnahme näher als ein Video zum Remix einer zum Superhit avancierten Single mit vier Superstars des US-HipHop? Vermutlich so einiges, außer natürlich, man hat das entsprechende Budget. So oder so hat es Terius Nash geschafft, auf dem Remix von “Rockin’ That Shit” Fabolous, Juelz Santana, Rick Ross und Ludacris zu versammeln. Da fehlt eigentlich nur noch Weezy. Auch so ist das ein starkes Team, und so ist es natürlich nicht überraschend, dass der Remix der ohnehin schon starken Original-Version einiges hinzuzufügen weiß. Die beste Strophe gehört natürlich Luda, der einfach so mal den lyrischsten Verse abliefert, den man je auf einem R&B-Remix zu hören bekam: “Melt your imagination and mold it into reality / Your heart’s my art gallery, girl / Can you feel the pictures that I painted / ‘Cause all of them are related like a mother and a son / But none of them overrated / There no others, you the one / Our destiny is to make it.” Der alte Frauenversteher.

The-Dream feat. Fabolous, Juelz Santana, Rick Ross, Ludacris – “Rockin’ That Shit” (RMX) (Video)

(flo)