Capone N Noreaga – The War Report 2: Report the War

10:41 pm Allgemein, Eastcoast, HipHop, Review


Capone N Noreaga – The War Report 2: Report the War
Bewertung: 5 von 6
Label: Iceh2o (Soulfood Music)

Nachdem Raekwon 2009 mit Only Built for Cuban Linx 2 schon für Furore gesorgt hat und den Vibe des Vorgängers perfekt eingefangen und damit eine Art retro Sound ins Jahr 2009 transportiert hat, legte dieses Jahr schon Roc Marciano mit Marcberg ein ebenfalls sehr raw gehaltenes Album nach. Dieser Soundentwurf ist ein klarer Gegenstrom zu den so erfolgreichen Drakes, Weezys und anderen, die den Mainstream dominieren.
Eben genannter Raekwon ist auch executive Producer des kürzlich veröffentlichten War Report 2 von Capone and Noreaga. Nach Raes Erfolg waren die Erwartungen hoch, dass sich auch CNN zusammenreissen und wieder einen Kracher raushauen. Das ist gelungen, denn The War Report 2: Report the war kann über größere Strecken an den Vorgänger mit Klassikerstatus anknüpfen, was ich nach Channel 10 mit zwar einigen guten Nummern, aber auch totalen Gurken wie dem Autotunetrack Rotate, nicht mehr für möglich gehalten hätte. Vermutlich hat da der Erfolg Raekwons die Einsicht gebracht, dass man nicht immer eine kommerzielle Single braucht.
Nach der kurzen Intro Sequenz über den Krieg geht direkt der erste, von Alchemist produzierte, Banger “Pain” los. Hier kommt direkt 90er Vibe auf, denn das Instrumental wird von einem Sample, einer Snare, einer Basedrum und nicht viel mehr getragen, gewissermaßen minimalistisch. Nore und Pone schreiben sich den Schmerz von der Seele und erzählen sehr authentisch aus ihrem Leben. Für die nächsten Hoodtales werden die Experten Jada, Sheek und Styles aka. The Lox ins Boot geholt. Bodega stories ist auch von einer simplen Klaviersequenz getragen und es geht, wer hätte es erwartet, ums Dope-Biz. Klingt simpel gestrickt, ist es auch, aber funktioniert nicht zuletzt dank der Strophen von Lox.
Die weiteren Tracks stellen auch keine grosse Überraschung dar, denn es geht immer um die Hood, Verbrechen, Drogen und Selbstdarstellung. Etwas anderes erwartet man von dem Album auch nicht und dass Nore und Pone darüber etwas zu erzählen haben ist nicht erst seit War Report bekannt.
Bei der weiteren Produzentenauswahl fehlen, vielleicht mit Ausnahme von Buckshot und Green Lantern, die großen Namen. Das tut dem Vibe und der Frische des Albums aber nur gut. Gerade die Instrumentals von Neo Da Matrix (“Hood Pride” (featuring Faith Evans)) und Hazardis Soundz (“The Oath” (featuring Raekwon & Busta Rhymes)) und Buckshot(With me feat. Nas) gefallen mir besonders, wobei letzterer trotz eines verkorksten Nas Part vom Instrumental gerettet wird.
The Oath hingegen ist etwas besonderes. Er dreht sich um den Mafia Eid “The family is the family/
this oath is this oath/and I will die before I break it/and when we grow, we grow as one”, jeweils als
Chorus in verschiedenen Sprachen mit englischer Wiederholung vorgeschlagen. Wenn ihr den Track noch nicht gehört habt glaubt mir, dass das einer der atmosphärischten Tracks in letzter Zeit ist. Absoluter Knaller, der natürlich von der super Feature Auswahl noch abgerundet wird.
Abschliessend kann man sagen, dass ich das Album jedem uneingeschränkt empfehlen kann. Nore und Pone besinnen sich auf ihre Stärken und so kommt ein Album heraus, dessen Kohärenz locker mit OBCL 2, Thank me Later, Marcberg und vielen anderen großen Alben seit “The War Report” mithalten kann. Die etwas schwächeren Tracks Scarface und Favor for a favor zerstören aber nicht das Gesamtbild und man muss auch nicht unbedingt skippen.
Alles in allem eine sehr runde Sache, daher spreche ich eine klar Kaufempfehlung aus.

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