Roc Boys

Deutschland, Eastcoast, HipHop, Sonstiges No Comments

Schöne Menschen und Käse – eine geradezu explosive Mischung. Das hat sich wohl auch DJ Kitsune gedacht, der für die zweite Single aus seinem Debütalbum “Victory” Harris und Jonesmann zum gemeinsamen Braggen ‘n Boasten versammelt hat. Der konsequenterweise “Wer kann schöner sein” betitelte Track lässt mich verwundert über den Fakt zurück, dass Harry und SJ tatsächlich noch nie gemeinsam auf einem Song zu hören waren – denn der Vibe stimmt hier von vorne bis hinten. Auf einem böse vor sich hinrollenden Industrial-Stomper von Crada überbieten sich der Berliner und der Frankfurter gegenseitig mit über-arroganten Punchlines: “Ich bummel durch die Booth, kack rein, Kids feiern meine Moves”. Nicht zur Nachahmung empfohlen. Schön auch, dass Harry am Ende seiner Strophe Chuck Norris-Witze salonfähig macht.

DJ Kitsune feat. Harris & Jonesmann – “Wer kann schöner sein” (Video)

Super ist auch der neueste im Netz zirkulierende Jay-Z-Remix, auf dem Ex-Blink 182-Drummer und Überlebenskünstler Travis Barker “Jockin’ Jay-Z” mit seinen Drumsticks veredelt. Ich hab allerdings keine Ahnung, wo diese trashigen Gitarren herkommen, aber man gewöhnt sich ja an alles. Insgesamt eine gute Sache, das alles, vor allem, wenn man der örtlichen Dorfdisco die Originalversion nicht so recht schmackhaft machen kann. “Somebody should’ve told him I’m a fuckin’ rockstar”? In der Tat.

Jay-Z – “Jockin’ Jay-Z (Travis Barker RMX)”

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Der Fotograf Vasily Konstantin hat ein kostenloses Online-Magazin im Flash-Format namens “HHNoise” gestartet. In der “Ausgabe Null” gibt es interessante Interviews und Fotostrecken mit unter anderem Kool Savas, T.I. und Curse. Viel Spaß!

HHNoise Mag, Ausgabe Null

(flo)

Weekend Wrap-Up

Clubsounds, Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

OK, ich hab gerade nicht viel Zeit, aber auf die besten Songs des Wochenendes muss ich dennoch schnell hinweisen:

Allen voran ist die wunderbare Keri Hilson. Deren Debüt “In A Perfect World…” gehört zwar zu der Sorte Alben, die in Wahrheit niemals erscheinen werden, aber solange uns die 26-Jährige immer wieder neue Banger präsentiert, lässt sich die Wartezeit noch etwas zu verschmerzen. Auf dem neuesten Streich “Turnin’ Me On” lässt Polow Da Don ein ziemlich reduziertes Electro-Brett aus seinen Maschinen, während Keri und Featuregast Lil’ Wayne sich irgendwelche Schweinereien zuraunzen. Weezy darf sogar einmal “vagina” sagen. Nasty.

Keri Hilson feat. Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (Video)

Als nächstes kommen die Berliner Nu-Jazz-Helden von Jazzanova, die mit ihrer neuen Single “I Can See” (aus dem Album “Of All The Things” eine Feel-Good-Nummer nach allen Regeln der Kunst rausgehauen haben. Manchmal ein wenig kitschig, bisweilen etwas unspannend, aber immer: Schön. Featuregast Ben Westbeech sorgt außerdem für eine angemessene vokalistische Untermalung. Ich hab übrigens keine Ahnung, wer das ist. Macht aber nichts.

Jazzanova feat. Ben Westbeech – “I Can See” (Video)

Last but ganz bestimmt nicht least hätten wir noch Gnarls Barkley im Angebot, die vor kurzem eine EP namens “Who’s Gonna Save My Soul” veröffentlicht haben. Darauf sind vier verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, eine Live-Version von “Neighbor” sowie ein brandneuer Track zu finden. Besagter Song heißt “Mystery Man” und wartet neben einem ziemlich kryptischen Video noch mit harten Drums und fast schon einer Dälek‘schen Freude am Experimentieren mit Störgeräuschen auf. Super Sache also. Dass Cee-Lo Green auf dem Track übertrieben krass abgeht, ist sowieso keine gesonderte Erwähnung mehr wert.

Gnarls Barkley – “Mystery Man” (Video)

(flo)

Funky Drummer

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Seit dem Tod des großen J Dilla vor zweieinhalb Jahren sucht die gesamte HipHop-Gemeinde immer noch nach dem legitimen Jay Dee-Nachfolger. Wie sinnvoll oder sinnlos diese Beschäftigung ist, steht auf einem anderen Blatt Papier, aber Fakt ist: Black Milk könnte durchaus legitime Ansprüche auf diesen Titel erheben, wenn er denn wollte. Der 25-Jährige gehört nicht nur dem direkten Detroiter Umfeld Dillas an, er hat mit seinen vergangenen Alben auch bewiesen, dass er sich darauf versteht, solide Necksnapper ganz nach der Tradition des Meisters aus der MPC zu schütteln. Mit seinem neuen Werk “Tronic” geht Curtis Cross jedoch in eine etwas andere Richtung und experimentiert fast schon Roots-mäßig mit Live-Instrumentation. Die erste Single “Give The Drummer Sum” fährt daher nicht nur mit einem netten Querverweis auf die Ultramagnetic MC’s auf, sondern auch mit einem furztrockenen, drumlastigen Instrumental mit pointierten Bläser-Einsatz. Mit sowas kriegt man mich immer. Steckt ja auch ordentlich Funk drin.

Black Milk – “Give The Drummer Sum” (Video)

“Wo sind die Gegnaz?” Tjaha, es ist mal wieder so weit. Die “Aggro Ansage 8″ steht ins Haus, und die Hauptstädter von Aggro Berlin versuchen, uns mit einer Snippet-Single den Mund wässrig zu machen. Um es vorwegzunehmen: Das funktioniert nur zur Hälfte. Bei Tony D bleibt alles beim Alten, denn der “Mann mit dem Klang” ist nur dann wirklich unterhaltsam, wenn man sich in angetrunkenem Zustand befindet. (Glück für Tony, dass es da bei mir nur eineinhalb Cuba Libre braucht.) “Hundert Metaz” kann daher nicht vollständig überzeugen, trotz des lustigen Konzepts. Besser fährt mir da schon “5 krasse Rapper” ein, auf dem Tony den lustigen Hypeman am Steuer des Partybusses gibt und B-Tight einmal mehr demonstriert, dass er technisch gesehen der beste Rapper des Labels ist. Konkurrenz bekommt Bobby nur von Kitty Kat, die jetzt endlich auch ein Gesicht hat, dafür schon mal bessere Parts abgelieferte. Und das abschließende “So is es” mit Sido und Fler ist leider absolut unhörbar. Die achte Aggro-Ansage scheint also ganz in der Tradition seiner Vorgänger zu stehen: Einige Banger, viel Füllmaterial. Fans können sich ab dem fünften Dezember selbst einen Eindruck verschaffen.

Tony D, B-Tight, Kitty Kat, Sido, Fler – “Aggro Ansage 8″ (Video)

(flo)

Interview: Curse

Deutschland, HipHop, Interview, Live No Comments

“Ah, ihr wart das mit dem Curse-Interview? Könnt ihr noch ‘ne halbe Stunde warten? Er frühstückt noch.” Wohlgemerkt: Es ist halb vier an einem Montagnachmittag. So ist das also mit dem Rockstar-Leben. Das gibt uns allerdings die willkommene Gelegenheit, uns noch ein bisschen im Münchner Ampere umzusehen, in dem Curse am Abend mit Band auftreten wird. Die Arbeiten an der Soundtechnik vermitteln bereits einen kleinen Eindruck davon, wie viel Aufwand und Akribie in dieser Tour steckt. Unzählige Instrumente und Mikrofonständer belagern die nicht gerade große Stage und werden von einem der zahlreichen Techniker immer wieder zur Seite gerückt. Nach genau 30 Minuten Warten begrüßt uns dann ein sichtlich angeschlagener Curse mit dicker Sonnenbrille und warmem Schal um den Hals. Der Auftritt am vorherigen Abend in Oberhausen scheint anstrengend gewesen zu sein. Das ganze Interview lang sollte er in einem tee-ähnlichen Getränk rühren, in dem etwas umherschwimmt, das aussieht wie Suppenwürfel.

Wir gehen nach oben in einen kleinen Garderobenraum, wo Curse es sich in einem grünen, ausgewetzten Sessel bequem macht. Das Diktiergerät läuft. Curse hat das Wort.

Read the rest…

Heartbreak Hotel

Deutschland, HipHop, Sonstiges No Comments

Jaja, ich weiß, schon wieder dieser Typ. Aber Kanye West hält die Blogosphäre momentan mit seinen musikalischen Eskapaden in Atem wie kein anderer. Klar, wenn Yeezy plötzlich zum liebestollen Werwolf wird, der mit Auto-Tune den Mond anheult, will man das natürlich auch mitkriegen. Aus seinem neuen, am 25. November erscheinenden Album “808 & Heartbreak” sind schon einige Tracks bekannt, teilweise richtig grandios (“Love Lockdown”), teilweise richtig furchtbar (das unsägliche “Robocop”). “Heartless”, die neue Single des Louis Vitton Don, liegt da wohl irgendwo in der Mitte. Ein bisschen erinnert mich der Song an Kaufhausmusik: Stört nicht wirklich, muss man aber auch nicht zwingend öfter haben. Musikalisch betrachtet sind durchaus einige nette Ideen dabei (zum Beispiel die Bridge), aber am Ende des Tages ist das alles irgendwie belanglos. Ahja, bevor jemand nachfragt: Ja, es geht um Frauen, und ja, Auto-Tune ist natürlich auch am Start. Trotz allem hätte ich persönlich es ganz gern etwas weniger avantgardistisch, aber ich glaube, den Gefallen tut ‘Ye mir nicht.

Kanye West – “Heartless” (Video)

Währenddessen gönnt sich Kool Savas ein wenig Größenwahn in Game’schen Dimensionen und versammelt sage und schreibe 17 andere Rapper zum Mammut-Remix von “Der Beweis” (zu finden auch auf dem neuen “John Bello”-Mixtape). Die Punchline-Dichte ist erwartbar hoch, aber wie es für solche Projekte üblich ist, stechen einige Rapper hervor, während man auf einige andere Kollegen locker hätte verzichten können. Savas und Olli Banjo liefern Technikgemetzel, Ercandize, Vega und Favorite schießen Punchline um Punchline, während Plan B, Maeckes und Kaas einmal mehr die Grenzen ausloten, die es im deutschen Sprechgesang so gibt. Auf der anderen Seite fallen Kollegen wie Jifusi, Phreaky Flave und überraschenderweise auch Amar deutlich ab. Super ist die ganze Sache natürlich trotzdem.

Kool Savas feat. Olli Banjo, Plan B, Maeckes, Caput, Mo Trip, Ercandize, Cobra, Franky Kubrick, Sizzlac, Laas Unltd., Jifusi, Phreaky Flave, Amar, Germany, Favorite, Kaas, Vega – “Der Beweis 2″ (Mammut RMX)


(flo)

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