Reflection Eternal ist RE:United. Da haben sicherlich einige inklusive mir drauf gewartet. Zieht euch das Mixtape von der Blacksmith site for free. Year of the Blacksmith
Ein kleiner Vorgeschmack ist schonmal Just Begun, das mit J.Cole, Mos Def und Jay Electronica eine beachtliche Featureliste hat.
Ich hab gerade nicht viel Zeit, aaaaaber: Auf die Rückkehr von Kanye West‘s “Old Ass Cousin” muss natürlich hingewiesen werden. Der hatte damals schon das “Throw Some D’s”-Video des Louis Vitton Dons zu einer äußerst vergnüglichen Angelegenheit gemacht. Nun treibt der alte Mann auch im neuen Video von 88-Keys sein Unwesen, das überaus passend mit “Stay Up (Viagra)” betitelt ist. Tatsächlich könnte der Track der beiden Busenkumpels als astreine Pille an die kleinen blauen Muntermacher durchgehen, wozu das Sample – “All Night Loving” der extrem männlichen 80′s-Boygroup Imagination – sein Übriges tut. Aber in Wahrheit ist ohnehin das Video das Beste an dieser ganzen Sache. Also, abgesehen von Kanyes Borat-Imitationen, natürlich.
88-Keys feat. Kanye West – “Stay Up (Viagra)” (Video)
Ähnlich abgedreht geht es bei Joe Budden zu, der in den letzten zwei Jahren eine rasend schnelle Metamorphose vom talentierten Straßenspitter zum ernstzunehmenden Künstler hingelegt hat. Als gutes Beispiel hierfür kann seine neue Single “In My Sleep” gelten, wo der 28-Jährige den Hörer auf einen durchgeknallten Ausflug durch seine Traumwelt mitnimmt, der bei Affären mit AIDS-kranken Jungfrauen im Rollstuhl noch längst nicht seinen Höhepunkt findet: “When I closed my eyes / I escaped the poltergeist / my escape from reality is just what I needed / brings me to a place where shorty never cheated / and even if she tried and succeeded / in this other world I wouldn’t even get heated.” Beeindruckend gemacht.
Rollt schon mal den roten Teppich aus. Still, heimlich und leise hat sich Jim Jones an die Spitze des nach wie vor emsigen Diplomats-Kollektivs gesetzt, und jetzt ist Erntezeit. Zumindest, wenn es nach dem Capo geht, der mit dem am 24. März erscheinenden Album “Pray IV Reign” zur endgültigen Übernahme New Yorks ansetzt. Der gute Jimmy ist sich seiner Ausnahmestellung in diesem Spiel sogar so sicher, dass er sich auf seiner neuen Single “Na Na Nana Na Na” dazu hinreißen lässt, den halben Chorus in Kindersprache zu bestreiten. Tatsächlich gibt es nicht viele, die sich so einen dämlichen Refrain ungestraft erlauben könnten – und auch hier ist Jimmys unerwartete infantile Regression hart nervig. Ansonsten bekommen wir auf der zweiten Single des Dipset-Capos Größenwahn in gewohnt überbordender Dimension und sonst wenig Neues geboten, außer wir zählen einen kleinen Seitenhieb auf Rich Boy dazu. Nördlich der 125. regiert eben immer noch der Überfluss. Oder um es mit Jimmy zu sagen: “The definition of opulence.”
Jim Jones – “Na Na Nana Na Na” (Video)
Die neue Deichkind-Single ist zwar überhaupt nicht mein Fall, aber nach dem tragischen Tod von Bandmitglied und -produzent Sebastian Hackert wäre alles andere als ein Tribute enorm schäbig. Big S, rest in peace.
Irgendwie schade, dass während unserer kreativen Auszeit nicht mehr passiert ist im lustigen urbanen Musikantenstadl, außer Chris Brown’s Mike Tyson-Einlagen, versteht sich. Andererseits ist das eine willkommene Gelegenheit, ein bisschen hochverdiente Promotion für Blu zu machen. Immerhin beschenkt uns der 25-Jährige aus Kalifornien in regelmäßigen Abständen mit Freetracks allererster Güteklasse, die andere Rapper so nicht mal bei ihren Recordings fürs Album hinbekommen würden. Diese Woche sind zwei neue Songs im Netz gelandet, die den Blu’schen Qualitätsstandard mühelos halten. Sowohl “JB’s Gone” als auch “Amnesia” sind zwei herrlich vertrackte, kantige, aber gleichzeitig warme Songs, die jeweils um ein prägnantes Soul- bzw. Jazz-Sample herumgebaut wurden. Ganz recht, der Typ schüttelt so was aus dem Ärmel, als wäre es nichts. Muss man fast mögen.
Blu – “JB’s Gone”
Blu – “Amnesia”
Im großen Apfel sind die wiedervereinigten Capone-N-Noreaga derweil schwer beschäftigt, immerhin will das bald erscheinende Reunion-Album “Channel 10″ angemessen promoted werden. Zu diesem Zweck haben Capone und N.O.R.E. ihre Sparschweine geknackt und sich die Unterstützung von Ron Browz und Busta Rhymes gesichert, die spätestens seit der “Arab Money”-Nummer als die Hitlieferanten der Stunde gelten. Dementsprechend klingt der Song namens “Rotate” auch: Hier ein bisschen “Arab Money”, da ein bisschen “Pop Champagne” – beatwise klingt das alles ein bisschen altbacken und hektisch, was sich dann vor allem im Chorus manifestiert. Zu allem Unglück sind die Strophen der beiden CNN-Knastbrüder dann auch noch eine einzige Frechheit geworden. Totalausfall also? Nicht, wenn man einen Bus-A-Bus am Start hat, dem 40 Sekunden völlig ausreichen, um den Track mit einem unübertroffen asozialen Part in seine Einzelteile zu zerlegen. “I’m about to fuck the building up, gimme uno momento.” Besser kann man sein Feature-Budget gegenwärtig wohl kaum anlegen.
Capone-N-Noreaga feat. Ron Browz & Busta Rhymes – “Rotate” (Video)
Also, mal sehen. Was hab ich da vor acht Monaten gleich nochmal geschrieben? “Es gibt Dinge, die sind in jedem Jahr gleich: “Last Christmas” landet in den Charts, der TSV 1860 spielt eine sensationell schlechte Rückrunde, und 50 Cent versucht bei jedem Album, an dem er beteiligt ist, zuerst einen für die Ladies raus zu hauen.” Korrekt. Zugegeben, der Wham!-Evergreen scheint langsam, aber tatsächlich seinen schon längst überfälligen Tod zu sterben, und was die Münchner Löwen so in der Rückrunde treiben werden, ist auch noch nicht abzusehen. Auf den ollen Fifty ist aber wie immer Verlass. Im Zuge der nahenden Veröffentlichung von “Before I Self Destruct” ist nämlich die erste Single des G-Unit-Vorstehers ins Netz durchgesickert, und “I Get It In” ist eigentlich genau der Song geworden, den man von Curtis Jackson erwarten konnte. “Look, as soon as I step in the club I swear my nigga you can feel the attention shift / Started around twelve ended up around two I better leave with more hoes than i came here with.” Etc. pp. Leider oder zum Glück – je nach Betrachtungsweise – ist der Song nicht so versaut und pornös geworden, wie der Songtitel suggeriert. Was bleibt, ist ein hypnotisch vor sich hinflötender Beat aus den Maschinen von Dr. Dre und ein interessanter Flow von Fifty, aber mehr irgendwie auch nicht. Mehr vom Gleichen halt. Aber Fifty hat ja schon bei “Curtis” ein paar Singles zum Aufwärmen gebraucht…
50 Cent – “I Get It In”
Rechtzeitig zur Premiere des Notorious B.I.G.-Biopics in den USA haut DJ Parler ein Tribute-Mixtape raus. Wer die vergangenen Arbeiten des New Yorker DJs kennt, der weiß, was er hier geboten bekommt: Die größten Hits von B.I.G., jeweils clever kombiniert mit den ursprünglichen Sample-Quellen. 59 Minuten reichen natürlich niemals aus, um einen angemessenen Überblick über das Schaffen von Big Poppa zu geben, aber von “Juicy” zu “Ten Crack Commandments”, von “Kick In The Door” zu “Hypnotize” – die großen Hits sind drauf. Insgesamt also eine gewohnt vergnügliche und des großen B.I.G. voll und ganz würdige Veranstaltung. Brooklyn we go hard.