Swagga Like Us

Allgemein, HipHop, Live, News, R'n'B, Style No Comments

Die Grammys 09 sind Geschichte. Mit dabei ein handfester Skandal um Chris Brown, der nach einem tätlichen Angriff auf Rihanna festgenommen wurde und wegen dem beide ihre Auftritte absagen mussten. Hier noch eine Liste der relevanten Gewinner:

Beste weibliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Superwoman” von Alicia Keys

Beste männliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ R&B:

“Stay with Me (By the Sea)” von Al Green und John Legend

Bester R&B-Song:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Bestes zeitgenössisches R&B-Album:

“Growing Pains” von Mary J. Blige

Bestes R&B-Album:

“Jennifer Hudson” von Jennifer Hudson

Beste Rap-Solodarbietung:

“A Milli” von Lil Wayne

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ Rap:

“Swagga like us” von T.I. & Jay-Z & Kanye West & Lil Wayne

Beste Zusammenarbeit Rap/ Gesang:

“American Boy” Estelle featuring Kanye West

Bester Rap-Song:

“Lollipop” von Lil Wayne

Bestes Rap-Album:

“Tha Carter III” von Lil Wayne

Kanyeezy hat zwei Grammys in Nebenrollen mitnehmen können, aber sein Album ging leer aus. Die Awards für Lil Wayne wundern niemanden, das Album ist über jeglichen Zweifel erhaben und A Millie und Lollipop sind auch echte Kracher. Dass die Jungs Swagger haben, haben T.I., Jigga,, Yeezy und Weezy schon längst bewiesen, nun dafür noch der Grammy.

(Martin)

Interview: Curse

Deutschland, HipHop, Interview, Live No Comments

“Ah, ihr wart das mit dem Curse-Interview? Könnt ihr noch ‘ne halbe Stunde warten? Er frühstückt noch.” Wohlgemerkt: Es ist halb vier an einem Montagnachmittag. So ist das also mit dem Rockstar-Leben. Das gibt uns allerdings die willkommene Gelegenheit, uns noch ein bisschen im Münchner Ampere umzusehen, in dem Curse am Abend mit Band auftreten wird. Die Arbeiten an der Soundtechnik vermitteln bereits einen kleinen Eindruck davon, wie viel Aufwand und Akribie in dieser Tour steckt. Unzählige Instrumente und Mikrofonständer belagern die nicht gerade große Stage und werden von einem der zahlreichen Techniker immer wieder zur Seite gerückt. Nach genau 30 Minuten Warten begrüßt uns dann ein sichtlich angeschlagener Curse mit dicker Sonnenbrille und warmem Schal um den Hals. Der Auftritt am vorherigen Abend in Oberhausen scheint anstrengend gewesen zu sein. Das ganze Interview lang sollte er in einem tee-ähnlichen Getränk rühren, in dem etwas umherschwimmt, das aussieht wie Suppenwürfel.

Wir gehen nach oben in einen kleinen Garderobenraum, wo Curse es sich in einem grünen, ausgewetzten Sessel bequem macht. Das Diktiergerät läuft. Curse hat das Wort.

Read the rest…

Live: Petey Pablo @ Bali, Eggenfelden (19.07.08)

HipHop, Live No Comments

OK, eines gilt es vorauszuschicken: Ich hatte keine Ahnung. Wirklich nicht. Denn ursprünglich war der letzte Samstag so konzipiert, dass man sich als Neu-Münchner mal wieder in der alten Heimat blicken lässt, ein wenig representet und der alten Zeiten willen in einen dieser Clubs geht, in denen man früher ständig abgehangen ist. Nun muss man zur örtlichen Club-Szene wissen, dass es eigentlich nur zwei erträgliche Läden im Umkreis von 30 Kilometern gibt: Das “C4″ in Mühldorf, auch bekannt als “Der Nazi-Laden” (TM) – ernsthaft, so komplett mit restriktiver “Keine Ausländer!”-Türpolitik und meterhohen Statuen, die den rechten Arm ausstrecken – oder eben das unaufregendere, aber politisch korrektere “Bali” in Eggenfelden. Ich ging ohne jedes Vorwissen und ohne jede Erwartungshaltung an den Abend heran, meine Mitstreiter taten es mir gleich, so dass uns erst vorm Eingang bewusst wurde, dass wir da in ein waschechtes Halb-Westcoast-Halb-Dirty-South-Gangsta-Rap-Konzert mit Petey Pablo geraten sind. Naja, “waschecht” dürfen wir hierbei eigentlich gleich wieder relativieren, denn der ganze Abend wurde von der HipHop-“BRAVO” gesponsert, die ihrer Suche nach der “HipHop-Bitch” dem “HipHop Babe ’08″ offensichtlich noch ein wenig Street Credibility verleihen wollte und in den 18- bis 25-Jährigen wohl eine lukrative Zielgruppe sieht. Warum auch immer, denkt man sich und schweigt vornehm, angesichts der Aufmachung des Magazins.

Zu Petey Pablo gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, auch wenn es nach dem Signing zu Timbaland‘s Mosley Music Group gut möglich ist, dass der 28-Jährige seine beste Zeit erst noch vor sich hat. An sich hat Petey immer zu den Rappern der Kategorie “Meh” gehört: Zu gut, um sie scheiße zu finden, aber nicht gut genug, um größere Aufmerksamkeit zu erregen. Ein, zwei Hits hat der in North Carolina geborene Rapper natürlich schon im Gepäck, “Raise Up” von 2001 zum Beispiel oder das drei Jahre ältere, äußerst explizite “Freek-a-Leek”. Nicht vergessen darf man natürlich seinen Gastbeitrag auf “Goodies”, der Debütsingle der damals 19-jährigen Ciara, die sieben Wochen lang an der Spitze der amerikanischen Billboard Charts verweilte.

An sich hätte die HipHop-BRAVO also durchaus einen schlechteren Fang machen können, auch wenn sicherlich hilfreich war, dass Petey Pablo sich bereits seit über zwei Monaten auf einer Tingeltangel-Tour durch bundesdeutsche Tanzlokale befindet. Ein Problem bleibt aber bestehen, denn trotz seiner unbestrittenen Verdienste kennt den Typen in Niederbayern nun mal kein Schwein. Für dieses Dilemma fand der 28-Jährige einen durchaus kreativen Lösungsansatz: Er verwendete einfach durch die Bank weg bekannte Fremdbeats. Ob Lil’ Wayne oder Rick Ross, Soulja Boy oder Eurythmics – dem Typen war nichts zu blöd. Überhaupt hob sich Petey’s engagierte Performance von den lustlosen, uninspirierten Auftritten vieler amerikanischer Rapper-Kollegen auf deutschem Boden wohltuend ab. Auf der Bühne war es ihm sichtlich zu langweilig, also performte Petey auch mal vom Tanzboden oder der VIP-Lounge im ersten Stock aus. Dazu gab es Tequila-Eskapaden, Rumknutschen mit fremden Frauen und Tanzeinlagen im Strip-Cage – was man eben so macht als waschechter Gangsta-Rapper. Dass sich beim letzten Song “Raise Up” plötzlich Dutzende männlicher Clubgäste von der nicht hundertprozentig heterosexuellen Beleuchtung dazu animiert fühlten, ihr Shirt auszuziehen, passte nur zu gut in die verquere Logik dieses Abends. Trotzdem, oder vielmehr gerade deswegen: Spaß gemacht hat die ganze Veranstaltung auf alle Fälle, auch wenn die Realness-Polizei wohl die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte. Und als sich nach der Show links und rechts von der provisorischen Bühnen-Absperrung bereits die Bitches “HipHop-Babes” vordrängelten, stellte sich ein wohliges Gefühl ein. Denn es gibt eben doch Dinge, die sind überall gleich. Sogar in Niederbayern.

(flo)