The Cool Kids – The Bake Sale ep

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Wenn man sich so in der Blogosphäre nach dem neuesten Scheiss umsieht stolpert man erstaunlich oft über ein Chicago/Detroiter Duo, das sich selbst auch noch als The Cool Kids betitelt. Und tatsächlich der Sound ist erfrischend anders. Die Beats sind nicht bis ins letzte aufgeblasen, wie z.B. von JR Rotem gewohnt, sondern aufs Minimalste reduziert. Eine Baseline, eine Hi-Hat und ein Sample reichen doch vollkommen aus. Diese Reduktion ist ein logischer Schritt, geben doch Mikey Rocks und Chuck Inglish die 80er als ihre Hauptinspirationsquelle an.

Zunächst konnte man die Sachen nur auf Myspace und co. hören, sie betonten selbst nie einen physikalischen Tonträger veröffentlichen zu wollen, aber hat sie anscheinend die große Fanbase doch davon überzeugt dass etwas her muss und so habe ich jetzt die Bake Sale E.P. vor mir liegen. Man findet zwar wenn man alle Internet Tracks kennt nichts wahnsinnig neues mehr, aber das Zeug ist trotzdem sehr fresh. Schon alleine der erste Track What Up glänzt mit einem Acapella Instrumental. Tick tick tick clap Bass Bass Bass. Einfach unglaublich cool, wie auch die Fahrradhymne Black Mags. Auf sowas muss man erstmal kommen. Die ganze e.p strotzt nur so von coolen Ideen. Einfach kaufen und sich über einen guten Einkauf freuen.

9/10

Goodvibes: Black Mags, Jingling, What up

(Martin)

The Game – LAX

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Wer erwartet hatte Dre Beats auf L.A.X. zu hören wird leider enttäuscht sein. Der Meister ist anscheinend mit Detox beschäftigt, nebenbei hat er noch die Single von Kardinall Offishal rausgelassen. Eines vorweg: Wer Documentary und Doctor’s Advocate mochte wird auch LAX nicht so verkehrt finden. Jayceon Taylor bleibt seinem alten Rezept treu einfach straighte Westcoast Mukke zu machen und das Name-Dropping kommt auch nicht zu kurz ;) .

Die ersten zwei Songs sind von J.R. Rotem produziert, der zwei stilechte Westcoast-Banger auf den Hörer loslässt. Hier gefällt vor allem State of Emergency mit Ice Cube. Lil Waye ist natürlich wie auf jedem anderen Album auch dabei und fährt immer noch die Autotune Schiene. My Life ist trotzdem einer der stärksten Tracks. Im weiteren gefallen mir besonders Angel mit Common und das hier im Blog auch schon vorgestellte unglaublich gute Dope Boys mit Travis Parker an den Drums. Game’s Pain ist natürlich, wie Letter to the King mit Nas, auch absolut hörenswert. Insgesamt gibts auf diesem Album keine Ausfälle, daher würde ich eine klare Empfehlung aussprechen mal reinzuhören, dieses Album ist ein Muss für alle Westcoast Fans.

Goodvibes: Dope Boys ft. Travis Parker, Angel ft. Common, My Life ft. Weezy

9/10

The End Theme

HipHop, Mixtapes, Review, Soul & Funk 1 Comment

Es ist ja nicht nur deswegen, weil Isaac Hayes erwiesenermaßen ein Genie war: Man muss auch einfach mal einem Mann Respekt zollen, der das Wort “dick” ungefähr zwanzig Jahre, bevor es cool war, bereits mit Freuden in seinen Songs verwendete. Am zehnten August starb der neben James Brown vielleicht einflußreichste schwarze Musiker des 20. Jahrhunderts, und die zahlreichen Trauerbekundungen werden langsam durch hörenswerte Tribute-Projekte abgelöst. Am meisten beeindruckt hat mich dabei “SAMPLOLOGY – The Isaac Hayes Chapter” von DJ Parler aus New York City, hauptberuflich ziemlich hohes Tier bei Koch Records. Der reiht in diesem Mixtape Rap-Klassiker, die sich in Form von Samples an Hayes bedient haben, an die Originalquellen und zeigt damit die enorme Wirkung auf, die vom Schaffen des Stax Records-Musikers auf die HipHop-Kultur ausging. Da Songs wie Jay-Z‘s “Can I Live”, “My Mind Playing Tricks On Me” der Geto Boys oder Public Enemy‘s “Black Steel In The Hour Of Chaos” auch für sich genommen absolute Classics sind, ergibt das Ganze nicht nur einen äußerst aufschlussreichen, sondern auch vergnüglichen Ritt durch beinahe 50 Jahre Musikgeschichte. Parler hält sich außerdem vornehm mit Scratches sowie Name-Drops zurück und lässt einzig und allein die Artists scheinen. (On that note: Wenn DJ Premier ein ähnliches Projekt plant, will ich es gar nicht wissen.) Kurz zusammengefasst: Ein großer Musiker hat hier einen würdigen Tribut erhalten, und sobald die ersten Takte von “Theme From Shaft” erklingen, ist alles super. Black Moses, rest in peace.

DJ Parler – “SAMPLOLOGY – The Isaac Hayes Chapter” Mixtape (Infos & Download)

(flo)

Nas – Untitled

Eastcoast, HipHop, Review 1 Comment

Eineinhalb Jahre nach “HipHop is dead” erscheint nun enlich das neue Nas Album “Untitled”. Warum untitled? Der ursprünglich vorgesehene Name war Nigger, aber die davon ausgelöste Kontroverse hat das Label veranlasst das Album umzubenennen.
Meine persönliche Erwartungshaltung an das Album, als Nas Fan, war relativ hoch und sie sollte erfüllt werden.
Nach der ganzen HipHop Thematik von HipHop is dead stellt man inhaltlich eine deutliche Wendung in Richtung politischer Themen fest, so wirkt z.B. das von Green Lantern produzierte Black President, eine Betrachtung der Kampagne und des Erfolgs von Barrack Obama erstaunlich fresh.

“What must think the black President on election night/is it how can I protect my life/protect my wife/protect my rights/evry other president was nothin less then white”

Das von DJ Toomp produzierte Nigger gefällt mir auch sehr gut. Pathetische Aussagen getragen von Streichern, sowas geht unter die Haut. In dem ganzen politischen Zusammenhang fällt auch “Sly Fox” auf: Eine Abrechnung mit dem ganzen Medienzirkus um Mogul Rupert Murdoch und dessen Fernsehsender Fox, der in den Nachrichten sich mit der Bild Zeitung vergleichen lassen:
Watch what you’re watching
Fox keeps feeding us toxins
Stop sleeping
Start thinking outside of the box
And unplugged from the Matrix stopped you
But watch what you say, Big Brother is watching

Das Video dazu ist ebenfalls sehr gelungen, siehe der Post von vor ein paar Tagen.
Produktiontechnisch wurde hier auch alles richtig gemacht Jay Electronica, Salaam Remi, Cool&Dre, Polow da Don, DJ Toomp, Green Lantern und stic man von Dead Prez liefern die perfekte musikalische Untermalung von Nas’ eingängigen Verses.
Das beste Nas Album seit langem, präzisiert seit It was written und das kam 1996 raus.
Für mich ist Untitled aka Nigger also eines der besten Nas Alben und damit auch eines der besten, wenn nicht DAS BESTE Album dieses Jahr. Ein intelligentes Mainstream HipHop Album mit Message gab es lange nicht mehr, vermutlich wird in 5 Jahren dieses Album als Classic gehandelt, zum einen weil es New York so fett auf die Karte zurückbringt, wie es keiner erwartet hatte, zum anderen, weil sich mal jemand neue Themen überlegt hat, die man in lyrischer Form auf Beats packen kann. Wie auch hierzulande ist es mit der Gangster Rap schiene langsam wieder vorbei und dieses Album kann eines sein, dass eine neue Ära einleitet. Ich wünsche mir dafür hohe Verkaufszahlen, dass die Leute mal sehen, dass man keinen sinnfreien Soulja Boy Tanz braucht um Platten zu verkaufen.

Classic.

Go Get it!

Good Vibes: Sly Fox, Black President, Nigger, America, Hero

10/10

(martin)

One In A Milli

Dirty South, Eastcoast, HipHop, Mixtapes, Review, Westcoast 1 Comment

Der Typ ist und bleibt ein Phänomen. In Zeiten, in denen die meisten Bediensteten in der Musikindustrie nicht mehr wissen, wie eine siebenstellige Zahl überhaupt aussieht, setzt Lil’ Wayne mal eben über eine Million Kopien von “Tha Carter III” ab – alleine in den USA und alleine in der ersten Woche. Interessant dabei ist, dass Dwayne Carter sich weiterhin eine gesunde No-Bullshit-Attitüde bewahrt hat. Denn wie sonst ist zu erklären, dass die nächste Single ausgerechnet “A Milli” ist, seines Zeichens der interessanteste, aber am wenigsten massenkompatible Song des Albums? Nun muss man zu dem Track leider wissen, dass die Album-Version nichts ist im Vergleich zum Original, das auf dem grandiosen “Da Drought Is Over”-Mixtape kursierte – ein wenig Enttäuschung ist also vorprogrammiert. Denn während Weezy sich auf der Mixtape-Version noch wie vom Affen gebissen von Zeile zu Zeile hangelte und generell wie ein komplett Wahnsinniger klang, wirkt das hier alles ein wenig müde und uninspiriert. Lobend hervorzuheben ist allerdings das interessante Konzept des Videos, in dem Wayne einfach in der Drehpause eines anderen Videoshoots zu sehen ist. Auch wenn diese rote Hose natürlich überhaupt nicht geht.

Lil’ Wayne – “A Milli” (Video)

Geschätzte drei Milliarden Mixtapes sind mir heute in den Posteingang gespült worden, von denen ich die besten natürlich umgehend weiterreichen will. Da hätten wir zum einen The Kid Daytona, der ein äußerst ambitioniertes Projekt für alle Freunde der alten Schule auf die Beine gestellt hat. Auf “A Tribe Called Fresh” interpretiert der New Yorker mit der Hilfe einiger prominenter Freunde die größten Hits von – richtig geraten, A Tribe Called Quest. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte, mit wie viel Respekt und Liebe zum Detail hier vorgegangen wurde, dem sei das Video zu “Stressed Out ’08″ empfohlen, auf dem nicht nur Exilbritin Estelle beeindruckend souverän den Part von Faith Evans übernimmt, sondern auch die frisch wiedervereinigten Capone-N-Noreaga ein paar Zeilen droppen.

In Frankfurt hat derweil der stets spendable DJ Kitsune eine wahre Mixtape-Offensive begonnen. Auf djkitsune.com hat der Shadyville-DJ bereits zwei absolut hörenswerte Mixtapes mit Sommerhits aus den ’80ern bzw. ’90ern online gestellt, ein weiteres soll folgen. Worum es in dem dann geht? Schwer zu erraten…

Last but auf keinen Fall least wäre hier noch DJ Drama zu nennen, dem in Sachen Gemischtkassetten ja auch Geben oftmals seliger denn Nehmen ist. Für die neueste Ausgabe seiner “Gangsta Grillz”-Serie namens “The City Is In Good Hands” hat sich der DJ aus Atlanta die Hilfe von niemand geringerem als Vocoderpromoter-Countrysänger-Monknebendarsteller-und-ja-manchmal-auch-noch-Rapper Snoop Dogg gesichert. Raw Shit!

The Kid Daytona – “A Tribe Called Fresh” (Download)

DJ Kitsune – “An 80′s Summer Affair” & “A 90′s Summer Affair” (Download)

Snoop Dogg & DJ Drama – “The City Is In Good Hands” (Download)

The Kid Daytona feat. Capone-N-Noreaga & Estelle – “Stressed Out ’08″ (Video)

(flo)

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