Juni 21, 2008
Deutschland, Eastcoast, HipHop, Mixtapes, R'n'B, Review
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Kreative Selbstvermarktung, Teil 1: Das groß angekündigte und gespannt erwartete “erste interaktive Musikvideo der Welt” zu K.I.Z.‘s “Neuruppin” ist online. Unter www.kiz-neuruppin.de lässt sich nun das Werk begutachten, und das Verdikt lautet: Gelungen. Es hat was von diesen uralten Point & Click-Adventures, die es in den Anfangstagen des PC’s zu Hunderten gab; an einer Stelle im “Video” gilt es sogar, ein Rätsel zu lösen! Zumindest, sofern man “Benutze Schlüssel mit Tür” als Rätsel ansieht. Der Song? Naja, auf “Hahnenkampf” gab es zwar noch weitaus besseres Material, dennoch bleibt “Neuruppin” ein gelungener Ausflug der Kannibalen in Zivil in das speziell in Berlin beliebte Genre des Horrocore. Noch ein bisschen Trivia, die mir selbst nicht bekannt war: Der Song basiert zum einen auf einer wahren Geschichte (Quelle: Wikipedia) und ist zum anderen ein Cover von “House Of The Rising Sun” von The Animals (Quelle: Meine Freundin). Bleibt nur eine Frage – wo zur Hölle versteckt sich Tarek im Video?
K.I.Z. feat. Kuba & Kannibal Rob – “Neuruppin” (Video)
Kreative Selbstvermarktung, Teil 2: Um die Wartezeit auf das neue G-Unit-Album zu überbrücken und um ein wenig von dieser Sache mit Young Buck und dem mitgeschnittenen Telefongespräch (siehe rechts) abzulenken, hat sich 50 Cent nun mit Radio-DJ Mr. Cee zusammen getan, um ein neues Mixtape aufzunehmen. Soweit nichts Neues, der Kniff an “Sincerely Yours” ist jedoch, dass Fifty ausschließlich über Funk- und R&B-Hits der 1970er und ’80er spuckt. Man kann von Curtis Jackson ja halten, was man möchte – aber es ist einfach nur ein Riesenspaß, wie anarchisch der Guerilla-Unit-Vorsteher über Hits wie “Don’t Stop The Music” von Yarbrough & Peoples brettert. Genau diesen Spaß merkt man Fifty auch durchgehend an, so dass “Sincerely Yours” sogar meinen bisherigen Favoriten “Return of The Body Snatchers” vom Thron in der Kategorie “Bestes Mixtape 2008″ stößt. Fortsetzung mit Electrosongs aus den ’80ern bitte.
Mr. Cee & 50 Cent – “Sincerely Yours” Mixtape (Download)
(flo)
April 22, 2008
Dirty South, Eastcoast, HipHop, Mixtapes, Review
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Mit wem der Jimmy gerade gut kann und mit wem nicht – geschenkt. Denn selbst wenn ich den Überblick über die Streitereien innerhalb des Diplomats-Kollektivs behalten hätte: Am Ende des Tages zählt die Musik, und dass Jim Jones als Teil dieser Truppe in den letzten Jahren mehr zur Ehre des ehemaligen HipHop-Mekkas New York beigetragen hat als all die anderen angeblichen Battle-Asse und selbsternannten Retter des Big Apple zusammen, kann von niemandem ernsthaft angezweifelt werden. Nun hat der Harlemite zusammen mit DJ Scooby Doo ein neues Mixtape namens “Street Religion (Love Me No More Special Edition)” am Start, das den Auftakt einer ganzen Reihe angekündigter Projekte aus dem Dipset-Camp darstellt. Klar, wer den Jimmy kennt, der weiß, was hier geht – noch immer pendelt der Flow des 31-Jährigen irgendwo zwischen Aufregung, Melancholie und einer gepflegten Portion Langeweile. Und noch immer ist Jones sein eigener bester Backup-Rapper. Höhepunkte sind die unfassbar ignoranten Zeilen von Jimmy und Dipset-Kollege Juelz Santana auf “Stack Money”, das soulige “Skull Gang Byrd Gang Blocks” (ebenfalls mit Juelz), das D-Block-Feature auf dem äußerst einfallsreich betitelten “D-Block / Dipset” sowie das in gefühlt einstelliger bpm-Zahl gehaltene Bass-Monster “Religion In My Streets”. Dazu gibt es noch Gehversuche auf Fremdbeats (“Success”, “I Get Money”, “Can’t Tell Me Nothing”), vernachlässigbare Freestyles, viel zu lange Outros und furchtbare Gastverses von irgendwelchen Vögeln, die ich hoffentlich nie wieder auf irgendwelchen Releases sehe. Wie sich’s halt für ein gutes Mixtape vom Jimmy gehört.
DJ Scooby Doo & Jim Jones – “Street Religion (Love Me No More Special Edition)” (Download)
Im Gespräch mit der “JUICE” stellte Kool Savas unlängst die gewagte These auf, dieser Lil’ Wayne sei gar nicht so gut, wie alle immer behaupten. Richtig zufriedenstellend wird sich diese Frage ohnehin erst mit dem Release von “Tha Carter III” am zehnten Juni klären lassen, aber Weezy’s neuem Mixtape nach zu urteilen, könnte S-A-V in diesem Fall daneben liegen. “Da Drought Is Over 5: Grand Closing” erklärt die Dürre im Königreich Weezyiana offiziell für beendet und fährt erwartungsgemäß Wahnsinn in nicht geringen Mengen auf, mit dem er schon in der Vergangenheit treudoofe Fanboys wie mich für sich gewinnen konnte. Meine Favoriten sind bislang der Opener “I” mit Blues-Anleihen und gewohnt genialem Einstieg (“Woke up this morning with a naked woman like I was making a porno / but I don’t remember how she made it to my bed / I gotta figure it out before she wake up in my bed”), “I Got My” mit den beinahe schon Timbaland’schen Eighties-Synthie-Elementen im Refrain, “Single Again” mit Rick Ross und Trina sowie “To Clean”, auf dem Weezy mit einer gewissen Lil’ Chuckie plötzlich ein weibliches 1:1-Abziehbild von sich selbst aus dem Hut zaubert. Den Vogel schießt Dwayne Carter allerdings mit “Milli” ab, in dem der “Best Rapper Alive” jedwede Konvention im HipHop lustvoll platt macht – Rap auf Beat ist das nämlich irgendwie nur noch so halb, dope wie Hölle ist es dennoch. Den “Lollipop” gibt’s dazu noch gratis obendrauf. Fazit: In dieser Form wird “Tha Carter III” zum Monster. Und wie sehr gewisse purpurne Substanzen Weezy dabei behilflich sind, sich solches Zeug von der Hirnrinde zu kratzen – geschenkt.
The Empire & Lil’ Wayne – “Da Drought Is Over 5 (Grand Closing)” (Download)
(flo)
April 18, 2008
Eastcoast, HipHop, Review
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Ich habe endlich das neue Pete Rock-Album “NY’s Finest” geschickt bekommen und nehme das gleich als Anlass für eine Review. Pete Rock ist unbestritten eine Legende, war an Klassikern wie Nas’ “Illmatic” beteiligt und hat den New Yorker Sound Mitte der Neunziger entscheidend geprägt. Aber was ist das heute wert? Betrachtet man die illustre Gästeliste, so wird tatsächlich deutlich, dass Pete immer noch einen hervorragenden Ruf genießt.
Los geht’s gleich mit Jim Jones und Max B., die auf einem frühlingshaften Beat vor sich hinrollen. Styles P. und Sheek Louch erledigen ihren Job ganz ordentlich, aber dann setzt Royal Flush unterstützt von der fettesten Baseline des Albums ein großes Ausrufezeichen hinter seinen Namen.
Auch im weiteren Verlauf des Albums merkt man “NY’s Finest” Petes exzellente Gästeauswahl an, besonders die Lords of the Underground wissen zu überzeugen. Raekwon und Masta Killa schicken den Hörer auf eine Reise in die “PJ’s” und der grandiose Papoose schließt auf einem Pianobeat, der wie gemacht für ihn scheint, ein sehr gutes Album ab. Sollte Pete Rock je weg gewesen sein, so ist er jetzt wieder da, und zwar mit einem Album, das mit seinen sehr souligen, sehr musikalischen Produktionen den Big Apple auf die Landkarte zurückbeamt. Truly N.Y’s Finest, oder wie man auf Jamaica sagen würde: “Booooombaaaaclaaaat!”
9/10
(Martin)
März 14, 2008
Dirty South, HipHop, Review
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Im Süden nichts neues…
Dafür Altbewährtes gut umgesetzt. Rick Ross, dessen Künstlername von einem bekannten Koksticker übernommen wurde, hatte mit “Port Of Miami” eines der besten Alben des Jahres 2006 released. Mit Hymnen wie “Hustlin’ RMX” (feat. Jay-Z) oder dem monumentalen, von Cool & Dre produzierten “Blow” legte er die Messlatte für sein neues Album “Trilla” sehr hoch. Textlich betrachtet braucht man an das Album sicherlich nicht mit der Erwartung heranzugehen, geradezu von lyrischen Ergüssen überhäuft zu werden. Denn was bleibt, ist der Ross-typische Style, den man auf dem ersten Album schon zu hören bekam. Es dreht sich alles darum anzugeben, wie toll er und sein Leben doch sind. Erwartet man nicht mehr, wird man aber auf eine schöne Reise nach Miami mitgenommen.
Zu Beginn des Albums bleibt als erste wirkliche Bombe der Beat von „The Boss“ mit dem obligatorischen T-Pain im Gehörgang hängen. Der von JR Rotem (u.a. verantwortlich für Game‘s “One Blood”) produzierte Track war schon vor dem Release auf diversen Seiten zu hören und überzeugte mich vom Instrumental her vollends. Ross’ Lyrics hängen leider etwas hinterher und so kommt nur ein mittelmäßiger Track heraus. Danach bekommt man die von den Runners produzierte erste Single “Speedin’” (feat. R.Kelly) zu hören, die ich alleine schon wegen dieser Synthiesache sehr gut finde. Den nächsten Höhepunkt setzt Jay-Z auf “Maybach Music”. Man kann sich schon vorstellen, worum es in diesem Track geht: Jay und Ross feiern ihr luxuriöses Leben. Mit Lines wie: „The girl is mine/life’s a bitch/so the whole world is mine” hat das Ganze ein ähnliches Potential wie “Hustlin’” – für mich einer der besten Tracks dieses Jahr bisher. Das Ganze rollt auf einem sehr smoothen Instrumental der J.U.S.T.I.C.E. League mit Streicher- und Klaviersamples. In „Luxury Tax“ featuring Lil’ Wayne, Young Jeezy und Trick Daddy wird Ross von seinen Gästen sowohl lyrisch, flowtechnisch als auch inhaltlich überrundet – neben „Maybach Music“ ganz klar das Highlight des Albums. Weezy strengt sich noch nichtmal besonders an und vernichtet den Track trotzdem komplett, der Rest, allen voran der Bauss himself, geht hier leider komplett unter.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Album wirklich solide ist, der nach “Port Of Miami” überhöhten Erwartungshaltung aufgrund einiger Füller allerdings nicht so ganz standhalten kann. Das liegt vor allem an Ross’ Lyrics, denn beatwise wurden hier echt einige Monster aufgefahren – so verwundert es nicht, dass vor allem die Tracks mit Featuregästen glänzen. Ich hab zwar keinen Maybach, aber wenigstens kann ich mir einen schönen Sechzehner von Jigga dazu anhören.
07/10
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Rick Ross – “Trilla”
Singles: “Boss” (feat. T-Pain), “Street Money” (feat. Flo-Rida), “Speedin’” (feat. R. Kelly)
(Martin)