Nun hat auch der Jigga zusammen mit Rihanna, Bono und The Edge einen Track über Haiti veröffentlicht:
Stranded (Haiti mon amour):
Von Haiti wechseln wir nun die Insel Richtung Jamaika. Damian Marley seines Zeichen jüngster Sohn von Bob Marley bringt zusammen mit Nas ein Album mit dem Titel Distant Relatives heraus.
Dazu nun hier der Titeltrack:
Das Album kommt am 20.April raus, hier noch das Cover:
Auch wenn mir die selbsternannten Gralshüter des deutschen HipHops gleich ordentlich aufs New Era-Käppi geben werden: Mit Tone konnte ich noch nie so recht etwas anfangen. Klar, die Technik des Frankfurters ist nach beinahe 20 Jahren im Spiel scharf wie ein Katana-Schwert, aber leider hat der 34-Jährige genau einen Flow und denkt gar nicht erst an so etwas wie Variation. Es hat schon einen Grund, warum man ihn den “Reimroboter” nennt. Trotz allem ist Anthony Wolz natürlich vollkommen zu Recht eine Legende des deutschen HipHops, die eine treue Fanbase um sich gescharrt hat. Die musste beinahe vier Jahre auf ein neues Lebenszeichen von Tone warten, doch nun meldet sich der Frankfurter zurück. “Deutschrap” heißt die erste Single aus dem am dritten April erscheinenden Album “Phantom”, und darauf liefert Tone seinen Fans genau das, was sie von ihm hören wollen: Aggressive, technisch versierte Battle-Raps auf schweren, elektronischen Beats. Ziel der Tone’schen Verbalattacken ist vor allem die (mittlerweile auch nicht mehr so junge) Deutschrap-Generation von der Straße, die bisweilen bekanntlich etwas zu wenig Augenmerk auf Technik und Liebe zur Kultur legt: “Du musst nur sagen, dass du von der Straße bist / auch wenn die Wahrheit ist, dass du eigentlich von der Sesamstraße sprichst”. Dabei klingt der 34-Jährige durchaus etwas verbittert, aber wenn sich das einer erlauben darf, dann Tone. Immerhin hat er auch durchaus wertvolle Ratschläge parat: “Wenn du nicht rappen kannst, halt die verdammte Fresse”. Das sollten sich wirklich einige Leute zu Herzen nehmen.
Tone – “Deutschrap” (Video)
Auf der anderen Seite des großen Teichs werkelt derweil The-Dream ganz eifrig daran, sein neues, heute erschienenes Album “Love Vs. Money” unter die Leute zu bringen. Was liegt da als Promo-Maßnahme näher als ein Video zum Remix einer zum Superhit avancierten Single mit vier Superstars des US-HipHop? Vermutlich so einiges, außer natürlich, man hat das entsprechende Budget. So oder so hat es Terius Nash geschafft, auf dem Remix von “Rockin’ That Shit”Fabolous, Juelz Santana, Rick Ross und Ludacris zu versammeln. Da fehlt eigentlich nur noch Weezy. Auch so ist das ein starkes Team, und so ist es natürlich nicht überraschend, dass der Remix der ohnehin schon starken Original-Version einiges hinzuzufügen weiß. Die beste Strophe gehört natürlich Luda, der einfach so mal den lyrischsten Verse abliefert, den man je auf einem R&B-Remix zu hören bekam: “Melt your imagination and mold it into reality / Your heart’s my art gallery, girl / Can you feel the pictures that I painted / ‘Cause all of them are related like a mother and a son / But none of them overrated / There no others, you the one / Our destiny is to make it.” Der alte Frauenversteher.
The-Dream feat. Fabolous, Juelz Santana, Rick Ross, Ludacris – “Rockin’ That Shit” (RMX) (Video)
Das kommt vermutlich davon, wenn man zu viel mit Kanye West abhängt. Auch Lil’ Wayne werden mittlerweile die HipHop-Genregrenzen zu eng, und so wird uns Dwayne Carter 2009 mit einem waschechten Rock-Album beehren. Wie sich so etwas dann anhört, verrät uns die Vorab-Single “Prom Queen”, zu der es seit kurzem auch ein offizielles Video gibt. Darin besingt/bekrächzt Weezy die Geschichte einer College-Schönheitskönigin, die dem jungen Mr. Carter einen Korb verpasst hat und Jahre später ihren Fehler bereuen muss: “Never forget the day / she laughed and walked away / and I couldn’t stop her / I guess she had it all / she had it all figured out / but she left me with a broken heart / fucked around and turned me down / ’cause she didn’t think I could play the part / but now the prom queen the prom queen / is crying sittin’ outside of my door / see you never know how / how everything could turn around.” Dazu gibt es trashige, Korn-inspirierte Gitarrensounds (Korn spielen übrigens auch im Video mit) und selbstverständlich jede Menge Autotune. In der Summe ergibt das einen hochinteressanten Song, der bei mir auch mit jedem Mal wächst. Das Rock-Album “Rebirth” kommt dann am 19. Mai – bestimmt nicht ohne Kanye-Feature.
Lil’ Wayne – “Prom Queen” (Video)
Den ollen Weezy gibt’s derzeit auch im Remix-Paket. So darf der 26-Jährige den “Turnin’ Me On”-Remix der immer noch grandiosen Keri Hilson mit einem brandneuen Verse veredeln. Das ist aber – wie auch der Part von T-Pain – völlig egal, wenn sich die sonst so nette Keri plötzlich zu einem waschechten Beyoncé-Diss hinreißen lässt: “Your vision cloudy if you think that you the best / you can dance / she can sing / but need to move it to the left”. Nun, verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen, und da Keris Karriere (zu Unrecht) noch immer noch nicht so recht abgehoben ist, nimmt man eben jede Promo mit die man kriegen kann – auch wenn Miss Hilson zu Beginn der Strophe mit großen Rehaugen versichert, sich nur etwas Luft machen zu wollen. So oder so: Beef zwischen heiß aussehenden R&B-Sängerinnen sind ganz großer Next-Level-Shit. Schade nur, dass sich Miss Knowles vermutlich zu keiner Antwort hinreißen lassen wird. Aber vielleicht schickt sie ja den Ehemann vor…
Keri Hilson feat. T-Pain & Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (RMX)
Die Grammys 09 sind Geschichte. Mit dabei ein handfester Skandal um Chris Brown, der nach einem tätlichen Angriff auf Rihanna festgenommen wurde und wegen dem beide ihre Auftritte absagen mussten. Hier noch eine Liste der relevanten Gewinner:
Beste weibliche Gesangsdarbietung/ R&B:
“Superwoman” von Alicia Keys
Beste männliche Gesangsdarbietung/ R&B:
“Miss Independent” von Ne-Yo
Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ R&B:
“Stay with Me (By the Sea)” von Al Green und John Legend
Bester R&B-Song:
“Miss Independent” von Ne-Yo
Bestes zeitgenössisches R&B-Album:
“Growing Pains” von Mary J. Blige
Bestes R&B-Album:
“Jennifer Hudson” von Jennifer Hudson
Beste Rap-Solodarbietung:
“A Milli” von Lil Wayne
Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ Rap:
“Swagga like us” von T.I. & Jay-Z & Kanye West & Lil Wayne
Beste Zusammenarbeit Rap/ Gesang:
“American Boy” Estelle featuring Kanye West
Bester Rap-Song:
“Lollipop” von Lil Wayne
Bestes Rap-Album:
“Tha Carter III” von Lil Wayne
Kanyeezy hat zwei Grammys in Nebenrollen mitnehmen können, aber sein Album ging leer aus. Die Awards für Lil Wayne wundern niemanden, das Album ist über jeglichen Zweifel erhaben und A Millie und Lollipop sind auch echte Kracher. Dass die Jungs Swagger haben, haben T.I., Jigga,, Yeezy und Weezy schon längst bewiesen, nun dafür noch der Grammy.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen sind Vorbilder gefragt. Busta Rhymes schielte für “Arab Money” gleich zu den Ölscheichs und Sultan-Großfamilien dieser Welt und sorgte damit für den Hit der Stunde. Das unverschämt druckvolle Instrumental von Ron Browz hat jetzt auch einen mit prominenten Namen gespickten Remix erhalten, auf dem sich Diddy, Swizz Beatz, T-Pain, Akon und Lil’ Wayne die Ehre geben. Allesamt keine armen Schlucker, die im Zuge ihres Schwänzevergleichens und Eierschaukelns auch kein Klischee auslassen. Oder um es mit Diddy zu sagen: “Fuck the recession, I’m still investing”. Das sorgt natürlich für schwer sinnlose Metaphern und Verses, was aber auch den Unterhaltungswert dieses Remixes ausmacht. Der sinnloseste Verse stammt von? Swizzy. Wer hätt’s gedacht.
Busta Rhymes feat. Ron Browz, Diddy, Swizz Beatz, T-Pain, Akon, Lil’ Wayne – “Arab Money” (RMX)
Wo wir gerade bei Lil’ Wayne sind: Der König von Weezyiana hat zusammen mit seinen Partners in Crime von The Empire den sechsten Teil seiner “Drought”-Mixtapereihe veröffentlicht. “The Drought Is Over Pt. 6 (The Reincarnation)” klingt zwar leider nicht ganz so wahnsinnig wie der Vorgänger, kann aber trotz allem mit einigen Bangern aufwarten. Da wären zum Beispiel der Opener “I’m A Monster”, das nicht nur vom Titel her als veritabler “I’m A Beast”-Nachfolger durchgeht, oder “Blinded” mit einem ziemlich dreisten Sample von der Manfred Mann’s Earth Band. Mein Lieblingstrack bleibt aber “Tell Everybody That You Know” mit Kanye West, das während des Aufnahmeprozesses zu “808 & Heartbreak” entstanden sein muss. Wie das Duo Weezy und Yeezy die Autotune-gepushten Rockstars gibt, ist schwer hitverdächtig. Ansonsten gibt es noch halbfertige Songskizzen, ein paar Dirty-South-Representer und Features von namhaften Größen wie dem unermüdlichen Swizzy, The Game, Rick Ross oder Chris Brown. Geht also locker durch das Ganze, vor allem zum Vorzugspreis von EUR 0,00. Als Nicht-Araber muss man seine Kröten eben zusammenhalten.