Hello Brooklyn

Eastcoast, HipHop, Mixtapes, Sonstiges No Comments

Keiner an der Ecke hat so viel Swagger wie er. Als wäre das nicht schon jedem klar, hat Jay-Z nun ein weiteres Manifest seiner Ausnahmestellung im Spiel vom Stapel gelassen. Der neu im Netz zirkulierende Song namens “Go Hard” featured Santogold am Refrain sowie Kanye West am Beat, und ist eine verdammt monströse Hymne über den New Yorker Stadtteil Brooklyn, in dem Jigga den Großteil seines Lebens verbracht hat. Während Shawn Carter in der ersten Strophe noch Ansage nach Ansage dropped und grob geschätzt drei neue Flows erfindet, wird es im zweiten Verse eher introspektiv und selbstreferentiell: “Mama never had an abortion / Papa sorta did / still I managed to live / I go hard / I owe it all to the crib / now tell me: What the fuck’s harder than this?” Da geraten der Gastbeitrag von Santi White sowie Yeezy’s hymnisches Beatgerüst fast schon zur Nebensache. Der Track wird übrigens nicht auf Jigga’s nächstem Soloalbum, sondern auf dem Soundtrack zum kommenden Notorious B.I.G.-Biopic “Notorious” enthalten sein. Der hatte zum Thema “Swagger” ja auch einiges zu sagen…

Jay-Z feat. Santogold – “Brooklyn Go Hard”

Mein Posteingang quillt mal wieder über vor neuen Mixtapes. Doch die Perlen waren diesmal schnell gefunden: Da hätten wir zum einen Clipse, die uns als Vorgeschmack auf das neue, ungeduldig erwartete Album “Till The Casket Drops” ein neues Mixtape vorlegen. “Road To Till The Casket Drops” ist in Zusammenarbeit mit dem Complex Magazine sowie der Urban-Wear-Linie Play Clothes entstanden und featured insgesamt neun Mal Malice und Pusha T, wie sie sich ein paar der heißesten Beats der letzten Monate annehmen. So etwas ist in der Regel bestenfalls unspektakulär, aber wie die beiden Thornton-Brüder Instrumentals wie “Pop Champagne”, “Feds Takin’ Pictures” oder sogar “Addiction” von Ryan Leslie pulverisieren, ist einmal mehr ein verdammt großer Spaß. Alleine schon die Clipse-Version von “Big Dreams” ist den Download wert – hoffentlich hat The Game gut hingehört und sich Notizen gemacht. Damit er das nächste Mal weiß, wie man so einen Beat zerlegt.

Etwas ruhiger ließ es da der Kollege Colin Munroe angehen. Nach seinem gelungenen “Flashing Lights”-Cover ist es etwas ruhiger um den talentierten Kanadier geworden, doch nun legt uns Colin ein Mixtape namens “Colin Munroe Is The Unsung Hero” vor, auf dem sich prominente Featuregäste wie Black Milk, Joell Ortiz und sogar Mims die Klinke in die Hand drücken. Dass Colins eigenwilliger Stil den großen Soul-Helden der 1960er und ’70er genauso viel schuldet wie irgendwelchen wilden Stadionrock-Eskapaden, macht dieses relativ aufwendig produzierte Tape nur umso interessanter. Da folgt dann schon mal eine astreine PowerPop-Nummer wie “Last Cause” auf ein Bob Dylan-Cover (“Who Killed Davey Moore”). Am besten fahren mir jedoch das rockige “Brick In The Wall” ein, auf dem sich Skyzoo austoben darf, sowie der wilde Genre-Mix namens “Cannon Ball” mit dem mir bislang unbekannten Drake am Gastreim. Eigenständiger Sound, Gespür für große Melodien, geschmackssichere Featuregäste: Da geht was. Von dem Jungen hören wir noch.

Complex & Play Cloths Present Clipse: “Road To Till The Casket Drops” Mixtape (Download)

Colin Munroe – “Colin Munroe Is The Unsung Hero” Mixtape (Download)

(flo)

Weekend Wrap-Up

Clubsounds, Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

OK, ich hab gerade nicht viel Zeit, aber auf die besten Songs des Wochenendes muss ich dennoch schnell hinweisen:

Allen voran ist die wunderbare Keri Hilson. Deren Debüt “In A Perfect World…” gehört zwar zu der Sorte Alben, die in Wahrheit niemals erscheinen werden, aber solange uns die 26-Jährige immer wieder neue Banger präsentiert, lässt sich die Wartezeit noch etwas zu verschmerzen. Auf dem neuesten Streich “Turnin’ Me On” lässt Polow Da Don ein ziemlich reduziertes Electro-Brett aus seinen Maschinen, während Keri und Featuregast Lil’ Wayne sich irgendwelche Schweinereien zuraunzen. Weezy darf sogar einmal “vagina” sagen. Nasty.

Keri Hilson feat. Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (Video)

Als nächstes kommen die Berliner Nu-Jazz-Helden von Jazzanova, die mit ihrer neuen Single “I Can See” (aus dem Album “Of All The Things” eine Feel-Good-Nummer nach allen Regeln der Kunst rausgehauen haben. Manchmal ein wenig kitschig, bisweilen etwas unspannend, aber immer: Schön. Featuregast Ben Westbeech sorgt außerdem für eine angemessene vokalistische Untermalung. Ich hab übrigens keine Ahnung, wer das ist. Macht aber nichts.

Jazzanova feat. Ben Westbeech – “I Can See” (Video)

Last but ganz bestimmt nicht least hätten wir noch Gnarls Barkley im Angebot, die vor kurzem eine EP namens “Who’s Gonna Save My Soul” veröffentlicht haben. Darauf sind vier verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, eine Live-Version von “Neighbor” sowie ein brandneuer Track zu finden. Besagter Song heißt “Mystery Man” und wartet neben einem ziemlich kryptischen Video noch mit harten Drums und fast schon einer Dälek‘schen Freude am Experimentieren mit Störgeräuschen auf. Super Sache also. Dass Cee-Lo Green auf dem Track übertrieben krass abgeht, ist sowieso keine gesonderte Erwähnung mehr wert.

Gnarls Barkley – “Mystery Man” (Video)

(flo)

Heartbreak Hotel

Deutschland, HipHop, Sonstiges No Comments

Jaja, ich weiß, schon wieder dieser Typ. Aber Kanye West hält die Blogosphäre momentan mit seinen musikalischen Eskapaden in Atem wie kein anderer. Klar, wenn Yeezy plötzlich zum liebestollen Werwolf wird, der mit Auto-Tune den Mond anheult, will man das natürlich auch mitkriegen. Aus seinem neuen, am 25. November erscheinenden Album “808 & Heartbreak” sind schon einige Tracks bekannt, teilweise richtig grandios (“Love Lockdown”), teilweise richtig furchtbar (das unsägliche “Robocop”). “Heartless”, die neue Single des Louis Vitton Don, liegt da wohl irgendwo in der Mitte. Ein bisschen erinnert mich der Song an Kaufhausmusik: Stört nicht wirklich, muss man aber auch nicht zwingend öfter haben. Musikalisch betrachtet sind durchaus einige nette Ideen dabei (zum Beispiel die Bridge), aber am Ende des Tages ist das alles irgendwie belanglos. Ahja, bevor jemand nachfragt: Ja, es geht um Frauen, und ja, Auto-Tune ist natürlich auch am Start. Trotz allem hätte ich persönlich es ganz gern etwas weniger avantgardistisch, aber ich glaube, den Gefallen tut ‘Ye mir nicht.

Kanye West – “Heartless” (Video)

Währenddessen gönnt sich Kool Savas ein wenig Größenwahn in Game’schen Dimensionen und versammelt sage und schreibe 17 andere Rapper zum Mammut-Remix von “Der Beweis” (zu finden auch auf dem neuen “John Bello”-Mixtape). Die Punchline-Dichte ist erwartbar hoch, aber wie es für solche Projekte üblich ist, stechen einige Rapper hervor, während man auf einige andere Kollegen locker hätte verzichten können. Savas und Olli Banjo liefern Technikgemetzel, Ercandize, Vega und Favorite schießen Punchline um Punchline, während Plan B, Maeckes und Kaas einmal mehr die Grenzen ausloten, die es im deutschen Sprechgesang so gibt. Auf der anderen Seite fallen Kollegen wie Jifusi, Phreaky Flave und überraschenderweise auch Amar deutlich ab. Super ist die ganze Sache natürlich trotzdem.

Kool Savas feat. Olli Banjo, Plan B, Maeckes, Caput, Mo Trip, Ercandize, Cobra, Franky Kubrick, Sizzlac, Laas Unltd., Jifusi, Phreaky Flave, Amar, Germany, Favorite, Kaas, Vega – “Der Beweis 2″ (Mammut RMX)


(flo)

Rock The Vote

R'n'B, Sonstiges No Comments

Sorry, kein Update heute. Dafür dies hier, nehmt es als unseren Sonderbeitrag zur US-Wahl.

Shontelle – “Battle Cry” (Video)

Wer weiß, vielleicht geht’s aber auch so aus:

Homer Simpson tries to vote for Obama

Bis morgen!

(flo)

When You Were Young

Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges No Comments

Bushido. Karel Gott. Alphaville. Was zunächst wie die fürchterliche Idee eines verpickelten Mash-Up-Sesselpupsers klingt, ist nun tatsächlich die zweite Single aus Bushidos Album “Heavy Metal Payback” geworden. “Für immer jung” covert (zumindest im Refrain) den 80′er-Klassiker “Forever Young” der Münsteraner Synthpop-Typen von Alphaville, und Karel Gott (of Biene Maja-Fame) liefert den Chorus. Diese Mischung gestaltet sich dank einer erfreulich kitschfreien Umsetzung und der starken Delivery Bushidos überraschend schmerzfrei. Der 30-Jährige schlüpft hier in die Rolle eines Familienvaters und beleuchtet dessen Probleme: Aufmüpfige Kinder, unterkühltes Verhältnis zur Frau, kranke Eltern. Besonders Letzteres bringt Bushido authentisch und eindringlich herüber – hier gibt es auch die größten Überschneidungen mit der eigenen Biographie: “Genieß den Augenblick, wenn du mit deinen Freunden bist / diesen Moment mit deiner Mutter, denn dann freut sie sich / irgendwann wird sie gehen / genieß den Augenblick, den du gerade mit ihr teilst, alles andere braucht sie nicht”. File under: Gute, eigenständige deutsche Popmusik. Und Karel Gott ist auch ein echt guter Sänger. Da, jetzt hab ichs gesagt.

Bushido feat. Karel Gott – “Für immer jung” (Video)

Ich hab nicht mehr viel Zeit, daher hier nur ein kurzer Verweis auf das neue Lil’ Wayne-Video zusammen mit Bobby Valentino. File under: Irgendwie dämlich, aber auch irgendwie großartig.

Lil’ Wayne feat. Bobby Valentino – “Mrs. Officer / Comfortable” (Video)

(flo)

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