Hello Brooklyn
Dezember 3, 2008 Eastcoast, HipHop, Mixtapes, Sonstiges No Comments
Keiner an der Ecke hat so viel Swagger wie er. Als wäre das nicht schon jedem klar, hat Jay-Z nun ein weiteres Manifest seiner Ausnahmestellung im Spiel vom Stapel gelassen. Der neu im Netz zirkulierende Song namens “Go Hard” featured Santogold am Refrain sowie Kanye West am Beat, und ist eine verdammt monströse Hymne über den New Yorker Stadtteil Brooklyn, in dem Jigga den Großteil seines Lebens verbracht hat. Während Shawn Carter in der ersten Strophe noch Ansage nach Ansage dropped und grob geschätzt drei neue Flows erfindet, wird es im zweiten Verse eher introspektiv und selbstreferentiell: “Mama never had an abortion / Papa sorta did / still I managed to live / I go hard / I owe it all to the crib / now tell me: What the fuck’s harder than this?” Da geraten der Gastbeitrag von Santi White sowie Yeezy’s hymnisches Beatgerüst fast schon zur Nebensache. Der Track wird übrigens nicht auf Jigga’s nächstem Soloalbum, sondern auf dem Soundtrack zum kommenden Notorious B.I.G.-Biopic “Notorious” enthalten sein. Der hatte zum Thema “Swagger” ja auch einiges zu sagen…
Jay-Z feat. Santogold – “Brooklyn Go Hard”
Mein Posteingang quillt mal wieder über vor neuen Mixtapes. Doch die Perlen waren diesmal schnell gefunden: Da hätten wir zum einen Clipse, die uns als Vorgeschmack auf das neue, ungeduldig erwartete Album “Till The Casket Drops” ein neues Mixtape vorlegen. “Road To Till The Casket Drops” ist in Zusammenarbeit mit dem Complex Magazine sowie der Urban-Wear-Linie Play Clothes entstanden und featured insgesamt neun Mal Malice und Pusha T, wie sie sich ein paar der heißesten Beats der letzten Monate annehmen. So etwas ist in der Regel bestenfalls unspektakulär, aber wie die beiden Thornton-Brüder Instrumentals wie “Pop Champagne”, “Feds Takin’ Pictures” oder sogar “Addiction” von Ryan Leslie pulverisieren, ist einmal mehr ein verdammt großer Spaß. Alleine schon die Clipse-Version von “Big Dreams” ist den Download wert – hoffentlich hat The Game gut hingehört und sich Notizen gemacht. Damit er das nächste Mal weiß, wie man so einen Beat zerlegt.
Etwas ruhiger ließ es da der Kollege Colin Munroe angehen. Nach seinem gelungenen “Flashing Lights”-Cover ist es etwas ruhiger um den talentierten Kanadier geworden, doch nun legt uns Colin ein Mixtape namens “Colin Munroe Is The Unsung Hero” vor, auf dem sich prominente Featuregäste wie Black Milk, Joell Ortiz und sogar Mims die Klinke in die Hand drücken. Dass Colins eigenwilliger Stil den großen Soul-Helden der 1960er und ’70er genauso viel schuldet wie irgendwelchen wilden Stadionrock-Eskapaden, macht dieses relativ aufwendig produzierte Tape nur umso interessanter. Da folgt dann schon mal eine astreine PowerPop-Nummer wie “Last Cause” auf ein Bob Dylan-Cover (“Who Killed Davey Moore”). Am besten fahren mir jedoch das rockige “Brick In The Wall” ein, auf dem sich Skyzoo austoben darf, sowie der wilde Genre-Mix namens “Cannon Ball” mit dem mir bislang unbekannten Drake am Gastreim. Eigenständiger Sound, Gespür für große Melodien, geschmackssichere Featuregäste: Da geht was. Von dem Jungen hören wir noch.
Complex & Play Cloths Present Clipse: “Road To Till The Casket Drops” Mixtape (Download)
Colin Munroe – “Colin Munroe Is The Unsung Hero” Mixtape (Download)
(flo)




