Tapemasters Inc. (4)

HipHop, Mixtapes, Soul & Funk, Westcoast 1 Comment

Sowohl Jay-Z als auch die viel zu früh verstorbene Afrobeat-Legende Fela Kuti gehören sicherlich zu den einflussreichsten schwarzen Musikern der letzten 100 Jahre. Grund genug für DJ Mike Love aus Chicago, die beiden mal zum Königstreffen aufeinandertreffen zu lassen. Herausgekommen ist dabei das vielleicht beste Mash-Up-Tape, das ich je gehört habe – und wer meinen tiefen Hass auf Mash-Ups kennt, weiß, wie schwer mir dieser Satz von den Tippfingern gerät. Auf “Nigerian Gangster” mixt Mike Love die Vocals von Hovas “American Gangster”-Album mit den größten Hits des nigerianischen Volkshelden. Neben der ganz offensichtlichen handwerklichen Versiertheit, mit der dieses Tape zusammengeschraubt wurde, fällt ganz besonders positiv auf, wie Mike mit ein paar simplen Kniffen manchen Songs eine völlig andere Grundstimmung verpasst hat. Aus dem ursprünglich pathosgeschwängerten “American Dreamin’” wird ein tanzbares, Psychedelic-Rock-beeinflusstes Monster mit äußerst unorthodoxen Claps, das minimalistisch angelegte “Blue Magic” wird zu einer jazzigen Lounge-Nummer, während “Sweet” mit Hilfe eines einzigen Bläser-Loops zum stärksten Song des Tapes mutiert. Ganz generell gesprochen also eine super Sache, und zu diesem Zeitpunkt darf man’s auch mal ruhig aussprechen: Mixtape des Jahres.

DJ Mike Love @ MySpace (+ Stream vom Mixtape zum Reinhören)

DJ Mike Love – “Nigerian Gangster” Mixtape (Download)

Außerdem gut: Das neue Video von The Game zusammen mit Ne-Yo. Aber das wussten wir bereits.

The Game feat. Ne-Yo – “Camera Phone” (Video)

(flo)

Weekend Wrap-Up

Clubsounds, Deutschland, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

OK, ich hab gerade nicht viel Zeit, aber auf die besten Songs des Wochenendes muss ich dennoch schnell hinweisen:

Allen voran ist die wunderbare Keri Hilson. Deren Debüt “In A Perfect World…” gehört zwar zu der Sorte Alben, die in Wahrheit niemals erscheinen werden, aber solange uns die 26-Jährige immer wieder neue Banger präsentiert, lässt sich die Wartezeit noch etwas zu verschmerzen. Auf dem neuesten Streich “Turnin’ Me On” lässt Polow Da Don ein ziemlich reduziertes Electro-Brett aus seinen Maschinen, während Keri und Featuregast Lil’ Wayne sich irgendwelche Schweinereien zuraunzen. Weezy darf sogar einmal “vagina” sagen. Nasty.

Keri Hilson feat. Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (Video)

Als nächstes kommen die Berliner Nu-Jazz-Helden von Jazzanova, die mit ihrer neuen Single “I Can See” (aus dem Album “Of All The Things” eine Feel-Good-Nummer nach allen Regeln der Kunst rausgehauen haben. Manchmal ein wenig kitschig, bisweilen etwas unspannend, aber immer: Schön. Featuregast Ben Westbeech sorgt außerdem für eine angemessene vokalistische Untermalung. Ich hab übrigens keine Ahnung, wer das ist. Macht aber nichts.

Jazzanova feat. Ben Westbeech – “I Can See” (Video)

Last but ganz bestimmt nicht least hätten wir noch Gnarls Barkley im Angebot, die vor kurzem eine EP namens “Who’s Gonna Save My Soul” veröffentlicht haben. Darauf sind vier verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, eine Live-Version von “Neighbor” sowie ein brandneuer Track zu finden. Besagter Song heißt “Mystery Man” und wartet neben einem ziemlich kryptischen Video noch mit harten Drums und fast schon einer Dälek‘schen Freude am Experimentieren mit Störgeräuschen auf. Super Sache also. Dass Cee-Lo Green auf dem Track übertrieben krass abgeht, ist sowieso keine gesonderte Erwähnung mehr wert.

Gnarls Barkley – “Mystery Man” (Video)

(flo)

Musik – frisch ausgepackt

Allgemein, Clubsounds, HipHop, Mixtapes, News, Soul & Funk, Style No Comments

Heute gibts mal ein paar Songs, die mir ganz gut ins Ohr gehen.
Zunächst einmal etwas Afrobeat von den grandiosen BLK JKS aus Südafrika:





Kanye hat vor kurzem einen gewissen Kid Cudi gesignt, der Song gefällt mir vom bei über die Website der Kleidungsmarke 10deep releasten Mixtape persönlich am besten. Get the Tape und als Vorgeschmack schonmal: Cleveland is the reason:





Ich bin momentan etwas auf Grime hängengeblieben und nachdem Kano in einem Interview einen Typen namens Ghetto erwähnt hat, hab ich den mal ausgecheckt. Super cooles Video, aber seht selbst:





(martin)

Everything Is Cool

Dirty South, Eastcoast, HipHop, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

Immer noch der Go-To-Guy für geschmackssichere Soul-Schmeichler: Anthony Hamilton. Nach den vergangenen Großtaten auf dem “American Gangster”-Soundtrack sowie auf dem Al Green-Album legt der 37-Jährige nun ein neues Soloalbum namens “The Point Of It All” vor. Die Sinnfrage scheint sich Anthony auch im neuen Video namens “Cool” zu stellen, denn egal, was er anfasst: Es geht schief. Der Kaffee schmeckt nicht, der Fernseher versagt seinen Dienst, der Automotor platzt – und das ausgerechnet dann, wenn man gutaussehende Damen zu becircen hat. Kennt man ja. Ähnlich sympathisch sind auch die Lyrics: “We don’t have to worry about groceries / we can fill up on love alone / if we ain’t got enough for a movie / we can just sit at home.” Wie Hamilton jeglichen Kitsch gekonnt umschifft und dennoch zum Punkt kommt, ist nach wie vor unerreicht. Dann klappt’s auch mit den Ladies. Ahja: Einen Gastvers vom selbsternannten Landei David Banner gibt es auch, um dem corny Instrumental nochmal das extra Landluft-Feeling zu verpassen. Schön.

Anthony Hamilton feat. David Banner – “Cool” (Video)

Ziemlich groß geraten ist auch der neueste Gastbeitrag von Jay-Z, der den Remix der dritten Coldplay-Single “Lost!” aus dem aktuellen Album “Viva la Vida or Death and All His Friends” mit einer dritten Strophe veredelt. Dafür packt Grey Hova dem Anlass entsprechend mal wieder seinen “Beach Chair”-Flow aus und referiert gekonnt zum Thema “What do I think of success? / It sucks, too much stress”: “See Martin, see Malcolm / see Biggie, see Pac, see success and its outcome / see Jesus, see Judas / see Caesar, see Brutus, see success is like suicide.” Der Mann wird schon wissen, wovon er spricht. Ahja, der Song ist (wie das Album übrigens) ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Coldplay feat. Jay-Z – “Lost!” (RMX)

(flo)

Desert Storm

Deutschland, HipHop, Sonstiges, Soul & Funk No Comments

Ey, kennt ihr den? Stehen Alicia Keys und Jack White in der Wüste und brüllen rum. Das Ganze ist leider kein Witz, sondern nennt sich Musikvideo, in diesem Falle für den gespannt erwarteten neuen James-Bond-Titelsong. “Another Way To Die” knüpft an die Ästhetik von vorherigen Titelsongs wie “The World Is Not Enough” oder “GoldenEye” an und klingt unterkühlt bis blutleer. Dennoch ist der Track durchaus interessant und sogar ein wenig sperrig – spätestens nach ein paar Durchläufen springt der Funke definitiv über. Vielleicht geht das jedoch nur mir so, weil ich der allerhärteste White Stripes-Fanboy bin. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Alicia Keys glücklicherweise nur einen kleinen Teil zur Produktion beigetragen hat, denn es gibt wohl keine grausigere Songwriterin als die 28-Jährige. Ahja: Das Video ist absurd schlecht, aber ich glaube, das erwähnte ich bereits.

Alicia Keys & Jack White – “Another Way To Die”

Die Nachricht von der Schließung von Kool Savas‘ Label Optik Records sorgte im Internet für zahllose Kondolenz-Bekundungen. Als letztes Feuerwerk vor dem Untergang hat S-A-V das “John Bello Story 2″-Mixtape eingeplant, dessen Vorgänger bis dato das erfolgreichste deutsche Tape der HipHop-Geschichte ist. Die erste Single-Auskopplung “Krone” wäre jedenfalls definitiv ein würdiges letztes Video für den King of Rap: “Spürt ihr die Magie, mit der ich über den Beat hier fließ’?” Definitiv. Melbeatz hat hier ein wahres Monster von Beat zusammengeschraubt, mit gefühlten drei Millionen Hall-Effekten und “Mona Lisa”-esken Drums. Savas liefert derweil lyrisch betrachtet mehr vom Gleichen, doch bei diesem Typen ist eben sogar eine eher durchschnittliche Performance eine mittlere Offenbarung. Im Vergleich dazu fallen die Featuregäste Franky Kubrick, Moe Mitchell sowie Amaris natürlich deutlich ab. Langsam wird mir klar, wieso S-A-V sein Label dicht gemacht hat – mit solchen Typen lässt sich eben kein müder Euro verdienen. So oder so: Der König hat gesprochen.

Kool Savas feat. Franky Kubrick, Moe Mitchell, Amaris – “Krone” (Video)


(flo)

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