Ode To The Ghetto

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Wer nach seinem schamlos durchexerzierten, aber extrem unterhaltsamen Ausflug in die Popwelt (“Sie will mich”) befürchtet hatte, dass B-Tight zu Bobby Disco wird, dürfte von der neuen Single des Aggroberliners aus “Goldständer” einigermaßen beruhigt sein. “Ghettostar” ist nämlich eine gewohnt bombastisch ausgefallene Widmung des Märkischen Viertels, jedoch mit ungewohnt introspektiven Lyrics. Eindringlich beschreibt Bobby sein Heraufwachsen innerhalb des so genannten “abgehängten Prekariats”: “Scheiss mal auf die Rutsche Mann, die Kneipe war mein Spielplatz / Alkohol und Zigaretten / Häuser bauen aus Bierdeckeln / Würfelbecher und Verlierer, die immer zu viel setzen / [...] das war nicht die beste Zeit, aber auch keine schlechte Zeit”. Das Rad wird hier natürlich mitnichten neu erfunden, aber für einen Sureshot reicht es locker.

Besser fährt mir da nur die B-Single namens “Kingmässig” ein, die veritable Ansprüche auf den offiziellen “Nashorn”-Nachfolger anmelden könnte. Das Rezept lautet: Durchgeknallte Drums, wildes Urwaldgeschrei und sonst nichts. Klappt einfach immer. Remix mit Banjo bitte.

B-Tight – “Ghettostar / Kingmässig” (Video)

Auch Q-Tip scheint endlich in Fahrt zu kommen, denn dessen neues Album “The Renaissance” soll nun tatsächlich ab dem vierten November in den Läden stehen. Beinahe täglich leaken neue Tracks des Ex-Tribe-Vorstehers, von denen mir noch nicht alle gefallen wollen. Definitiv zu den Guten gehören allerdings das soulige, verträumte “Believe” mit Frauenliebling/Soulschmeichler D’Angelo sowie das furztrockene “Life Is Better” mit jedermanns Lieblings-Popjazz-Chanteuse Norah Jones. Diese charakteristische Quäk-Stimme will man aber auch einfach immer haben.

Q-Tip feat. D’Angelo – “Believe”

Q-Tip feat. Norah Jones – “Life Is Better”

Ebenfalls fett am Start ist derzeit Keri Hilson, zumindest dürften die letzten Wochen recht arbeitsintensiv für die 26-Jährige gewesen sein. So hat Keri unter anderem einen Gastauftritt im neuen Kardinal Offishall-Video namens “Numba 1 (Tide Is High)”, das sich recht schamlos des gleichnamigen Rocksteady-Klassiker der Paragons bedient und daraus ein unerhörtes Club-Brett bastelt. Fast ohne Synthies übrigens. Jaja, der Kardinal ist für so was schon der richtige Mann.

Keris eigene Single aus ihrem neuen, am neunten Dezember erscheinenden Album “In A Perfect World…” darf da natürlich nicht unter den Tisch fallen. Für “Return The Favor” hat Keri den längst fälligen Gegengefallen von Timbaland eingefordert, der zur Begleichung seiner Schulden ein wildes, retro-futuristisches (wenn man so will) Brett mit entgrenzten Drums rauslässt. Währenddessen werfen sich Keri und Timbo die üblichen Schweinereien an den Kopf. Geht durch.

Kardinal Offishall feat. Keri Hilson – “Numba 1 (Tide Is High)” (Video)

Keri Hilson feat. Timbaland – “Return The Favor” (Video)

Zum Abschluss noch zwei Musiktipps, in die ich selbst noch nicht reinhören konnte. Zum einen haben Dr. Dre, Eminem und 50 Cent ein Gratis-Mixtape namens “The Year Of The Aftermath” rausgehauen, randvoll mit uralten, raren, bislang unveröffentlichten Tracks des Dreiergespanns. Leftovers aus der “Chronic”-Produktion, Demotracks von Slim Shady sowie Curtis’ erste Gehversuche im New Yorker Untergrund lassen das Tape zumindest für Sammler und Historiker zur Pflicht werden. Wie gut die Musik selbst allerdings ist – keine Ahnung, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Selbiges gilt für John Legend, der freundlicherweise sein komplettes neues Album “Evolver” zum Probehören auf MySpace hochgeladen hat. Ich persönlich konnte mit dem Typen ja noch nie was anfangen, aber er soll ja so seine Fans haben…

50 Cent, Eminem, Dr. Dre – “The Year Of The Aftermath” Mixtape (Download)

John Legend@MySpace

(flo)

Some Random Videos

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Ich poste heute einfach mal nen paar Lieder, die bei mir in letzter Zeit hängen geblieben sind.
Zunächst gibts Busy Signal mit These Are the days. Grandioser conscious Song das Jamaikaners, bleibt nicht zuletzt wegen dem banger Beat im Ohr. Entdeckt hab ich das ganze auf der Juice CD, peace out.

Als nächstes kommt eine Leserzuschrift von Sebastian, der einen direkten ;) Shoutout an uns in der zweiten Line des People under the Stairs Song The Wiz entdeckt hat. Connected to the goodvibe, nuff said.

Als nächstes grabe ich eine 2 Jahre alte Leiche aus mit Watch how it go down von Termanology. Dieser veröffentlich der Tage sein Debütalbum mit Produzentenunterstüzung, von der die meisten Newcomer nur träumen können. Mit dabei sind Premo, der diesen Beat produziert hat, sowie Pete Rock, Large Pro, Havoc und Buckwild. Hammer Teil, nach erstmaligem durchhören bestätigt sich die Juice Wertung, aber nun Watch how it go down!

Martin

The Game – LAX

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Wer erwartet hatte Dre Beats auf L.A.X. zu hören wird leider enttäuscht sein. Der Meister ist anscheinend mit Detox beschäftigt, nebenbei hat er noch die Single von Kardinall Offishal rausgelassen. Eines vorweg: Wer Documentary und Doctor’s Advocate mochte wird auch LAX nicht so verkehrt finden. Jayceon Taylor bleibt seinem alten Rezept treu einfach straighte Westcoast Mukke zu machen und das Name-Dropping kommt auch nicht zu kurz ;) .

Die ersten zwei Songs sind von J.R. Rotem produziert, der zwei stilechte Westcoast-Banger auf den Hörer loslässt. Hier gefällt vor allem State of Emergency mit Ice Cube. Lil Waye ist natürlich wie auf jedem anderen Album auch dabei und fährt immer noch die Autotune Schiene. My Life ist trotzdem einer der stärksten Tracks. Im weiteren gefallen mir besonders Angel mit Common und das hier im Blog auch schon vorgestellte unglaublich gute Dope Boys mit Travis Parker an den Drums. Game’s Pain ist natürlich, wie Letter to the King mit Nas, auch absolut hörenswert. Insgesamt gibts auf diesem Album keine Ausfälle, daher würde ich eine klare Empfehlung aussprechen mal reinzuhören, dieses Album ist ein Muss für alle Westcoast Fans.

Goodvibes: Dope Boys ft. Travis Parker, Angel ft. Common, My Life ft. Weezy

9/10

Killing It Softly

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Ich hab ja bereits an der ein oder anderen Stelle zugegeben, dass ich ein klein wenig verknallt in Keyshia Cole bin. Ihr aktuelles Album “Just Like You” ist zwar eine ziemliche Frechheit, doch das hindert die 26-Jährige nicht daran, trotzdem ab und an eine echte Perle rauszuhauen. “Heaven Sent” ist so eine, und die mittlerweile auch schon ein paar Monate alte Single hat nun eine Veredelung per Remix mit Mario Winans erfahren. The GhostWriters demonstrieren dabei, wie man eine Ballade gefälligst musikalisch zu unterlegen hat: Ein organisches, harmonisches, aber dennoch interessantes Instrumental mit vielen kleinen guten Ideen bildet hier die hervorragende Untermalung für die Performance der beiden Protagonisten. Der gesangliche Part ist dank der Fähigkeiten von Keyshia und Mario dabei nur noch Formsache – die Lyrics sind von diesen Lobhudeleien natürlich explizit ausgenommen, aber auf die achtet ja zum Glück keiner. Trotzdem: So und nicht anders hat sich eine Ballade anzuhören, dann hör sogar ich mir das an. Vielleicht bin ich aber auch einfach bloß ein größeres Weichei geworden.

Keyshia Cole feat. Mario Winans – “Heaven Sent” (RMX)

Auch The Game hat sich beim jüngsten, aus “L.A.X.” geleakten Streich mit einem waschechten Schmusesänger zusammengetan. “Camera Phone” featured nämlich Ne-Yo, ist aber dank der gewissenhaften Arbeit von J.R. Rotem mehr in Compton als auf dem “Save The Last Dance 2″-Soundtrack zu verorten. J zu dem R hat nämlich einen ultra-reduzierten Drum-Stomper zusammengeschraubt, der nur von einer ziemlich fiesen Bassline im Refrain komplementiert wird. Währenddessen diskutieren Game und Ne-Yo über Frauen, Kamerahandys sowie über Möglichkeiten, wie sich Frauen und Kamerahandys am besten kombinieren lassen. Also, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Dope Boys sind im Gebäude.

The Game feat. Ne-Yo – “Camera Phone”

(flo)

Real Playalistic

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’70er Jahre-Disco-Outfit? Check. Cowboymontur? Check. Dagegen wirkt der Pimp-Anzug, den Snoop Dogg in seinem neuen Video “Those Gurlz” rockt, beinahe schon etwas fantasielos. Der Song an sich erfindet das Rad auch nicht gerade neu, denn “Those Gurlz” ist ein smoother Soulschmeichler, wie ihn Calvin Broadus bereits 2004 im Verbund mit den Neptunes bis zur Perfektion durchdekliniert hat. Auf der lyrischen Seite ist auch eher wenig zu verbuchen, ergeht sich der Doggfather doch beinahe die gesamte Distanz über in der Aneinanderreihung von Haus-Maus-Reimen: “I got a call from this hoe the other day / She say she just move down from the bay / To L.A. / Well that’s great.” Ich dachte immer, genau damit so etwas nicht passiert, gibt es Ghostwriter? Abgesehen von diesen ganz und gar unwesentlichen Dingen ist “Those Gurlz” natürlich trotz allem Vollprofi-Scheiß par excellence und somit brauchbar für jede Schäferstündchen-Playlist. Ein Mann muss eben tun, was ein Mann tun muss.

Snoop Dogg – “Those Gurlz” (Video)

Wo wir gerade bei chilligen Tunes sind: Mit Avenue To hat Washington D.C. eine weitere interessante Gruppe ausgespuckt. Die Band, bestehend aus dem Stadtgewächs Unknown, dem Franzosen Kolai und dem gebürtigen Sudanesen Oddisee, macht Instrumentalmusik an der Schnittstelle zwischen HipHop, Jazz und Electro – und die Jungs machen ihre Sache richtig gut. Checkt zum Beispiel ihr neues (und erstes) Video “Sand To The Beach”, in dem die drei einen treibenden HipHop-Groove immer wieder so variieren, dass es nie langweilig wird. Auf der MySpace-Page des Trios gibt es noch zwei weitere Songs zu hören. Weltmusik im besten Sinne.

Avenue To @ MySpace

Avenue To – “Sand To The Beach” (Video)

(flo)

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