Wayne’s World

Clubsounds, Dirty South, HipHop, R'n'B, Sonstiges No Comments

Das kommt vermutlich davon, wenn man zu viel mit Kanye West abhängt. Auch Lil’ Wayne werden mittlerweile die HipHop-Genregrenzen zu eng, und so wird uns Dwayne Carter 2009 mit einem waschechten Rock-Album beehren. Wie sich so etwas dann anhört, verrät uns die Vorab-Single “Prom Queen”, zu der es seit kurzem auch ein offizielles Video gibt. Darin besingt/bekrächzt Weezy die Geschichte einer College-Schönheitskönigin, die dem jungen Mr. Carter einen Korb verpasst hat und Jahre später ihren Fehler bereuen muss: “Never forget the day / she laughed and walked away / and I couldn’t stop her / I guess she had it all / she had it all figured out / but she left me with a broken heart / fucked around and turned me down / ’cause she didn’t think I could play the part / but now the prom queen the prom queen / is crying sittin’ outside of my door / see you never know how / how everything could turn around.” Dazu gibt es trashige, Korn-inspirierte Gitarrensounds (Korn spielen übrigens auch im Video mit) und selbstverständlich jede Menge Autotune. In der Summe ergibt das einen hochinteressanten Song, der bei mir auch mit jedem Mal wächst. Das Rock-Album “Rebirth” kommt dann am 19. Mai – bestimmt nicht ohne Kanye-Feature.

Lil’ Wayne – “Prom Queen” (Video)

Den ollen Weezy gibt’s derzeit auch im Remix-Paket. So darf der 26-Jährige den “Turnin’ Me On”-Remix der immer noch grandiosen Keri Hilson mit einem brandneuen Verse veredeln. Das ist aber – wie auch der Part von T-Pain – völlig egal, wenn sich die sonst so nette Keri plötzlich zu einem waschechten Beyoncé-Diss hinreißen lässt: “Your vision cloudy if you think that you the best / you can dance / she can sing / but need to move it to the left”. Nun, verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen, und da Keris Karriere (zu Unrecht) noch immer noch nicht so recht abgehoben ist, nimmt man eben jede Promo mit die man kriegen kann – auch wenn Miss Hilson zu Beginn der Strophe mit großen Rehaugen versichert, sich nur etwas Luft machen zu wollen. So oder so: Beef zwischen heiß aussehenden R&B-Sängerinnen sind ganz großer Next-Level-Shit. Schade nur, dass sich Miss Knowles vermutlich zu keiner Antwort hinreißen lassen wird. Aber vielleicht schickt sie ja den Ehemann vor…

Keri Hilson feat. T-Pain & Lil’ Wayne – “Turnin’ Me On” (RMX)

(flo)

Purple Reign

Eastcoast, Electro, HipHop No Comments

jim_jones2

Rollt schon mal den roten Teppich aus. Still, heimlich und leise hat sich Jim Jones an die Spitze des nach wie vor emsigen Diplomats-Kollektivs gesetzt, und jetzt ist Erntezeit. Zumindest, wenn es nach dem Capo geht, der mit dem am 24. März erscheinenden Album “Pray IV Reign” zur endgültigen Übernahme New Yorks ansetzt. Der gute Jimmy ist sich seiner Ausnahmestellung in diesem Spiel sogar so sicher, dass er sich auf seiner neuen Single “Na Na Nana Na Na” dazu hinreißen lässt, den halben Chorus in Kindersprache zu bestreiten. Tatsächlich gibt es nicht viele, die sich so einen dämlichen Refrain ungestraft erlauben könnten – und auch hier ist Jimmys unerwartete infantile Regression hart nervig. Ansonsten bekommen wir auf der zweiten Single des Dipset-Capos Größenwahn in gewohnt überbordender Dimension und sonst wenig Neues geboten, außer wir zählen einen kleinen Seitenhieb auf Rich Boy dazu. Nördlich der 125. regiert eben immer noch der Überfluss. Oder um es mit Jimmy zu sagen: “The definition of opulence.”

Jim Jones – “Na Na Nana Na Na” (Video)

Die neue Deichkind-Single ist zwar überhaupt nicht mein Fall, aber nach dem tragischen Tod von Bandmitglied und -produzent Sebastian Hackert wäre alles andere als ein Tribute enorm schäbig. Big S, rest in peace.

Deichkind – “Luftbahn” (Video)

(flo)

Blu Magic

Clubsounds, Eastcoast, HipHop, Westcoast No Comments

Aaaaaaaand… we’re back!

Irgendwie schade, dass während unserer kreativen Auszeit nicht mehr passiert ist im lustigen urbanen Musikantenstadl, außer Chris Brown’s Mike Tyson-Einlagen, versteht sich. Andererseits ist das eine willkommene Gelegenheit, ein bisschen hochverdiente Promotion für Blu zu machen. Immerhin beschenkt uns der 25-Jährige aus Kalifornien in regelmäßigen Abständen mit Freetracks allererster Güteklasse, die andere Rapper so nicht mal bei ihren Recordings fürs Album hinbekommen würden. Diese Woche sind zwei neue Songs im Netz gelandet, die den Blu’schen Qualitätsstandard mühelos halten. Sowohl “JB’s Gone” als auch “Amnesia” sind zwei herrlich vertrackte, kantige, aber gleichzeitig warme Songs, die jeweils um ein prägnantes Soul- bzw. Jazz-Sample herumgebaut wurden. Ganz recht, der Typ schüttelt so was aus dem Ärmel, als wäre es nichts. Muss man fast mögen.

Blu – “JB’s Gone”

Blu – “Amnesia”

Im großen Apfel sind die wiedervereinigten Capone-N-Noreaga derweil schwer beschäftigt, immerhin will das bald erscheinende Reunion-Album “Channel 10″ angemessen promoted werden. Zu diesem Zweck haben Capone und N.O.R.E. ihre Sparschweine geknackt und sich die Unterstützung von Ron Browz und Busta Rhymes gesichert, die spätestens seit der “Arab Money”-Nummer als die Hitlieferanten der Stunde gelten. Dementsprechend klingt der Song namens “Rotate” auch: Hier ein bisschen “Arab Money”, da ein bisschen “Pop Champagne” – beatwise klingt das alles ein bisschen altbacken und hektisch, was sich dann vor allem im Chorus manifestiert. Zu allem Unglück sind die Strophen der beiden CNN-Knastbrüder dann auch noch eine einzige Frechheit geworden. Totalausfall also? Nicht, wenn man einen Bus-A-Bus am Start hat, dem 40 Sekunden völlig ausreichen, um den Track mit einem unübertroffen asozialen Part in seine Einzelteile zu zerlegen. “I’m about to fuck the building up, gimme uno momento.” Besser kann man sein Feature-Budget gegenwärtig wohl kaum anlegen.

Capone-N-Noreaga feat. Ron Browz & Busta Rhymes – “Rotate” (Video)

(flo)

Swagga Like Us

Allgemein, HipHop, Live, News, R'n'B, Style No Comments

Die Grammys 09 sind Geschichte. Mit dabei ein handfester Skandal um Chris Brown, der nach einem tätlichen Angriff auf Rihanna festgenommen wurde und wegen dem beide ihre Auftritte absagen mussten. Hier noch eine Liste der relevanten Gewinner:

Beste weibliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Superwoman” von Alicia Keys

Beste männliche Gesangsdarbietung/ R&B:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ R&B:

“Stay with Me (By the Sea)” von Al Green und John Legend

Bester R&B-Song:

“Miss Independent” von Ne-Yo

Bestes zeitgenössisches R&B-Album:

“Growing Pains” von Mary J. Blige

Bestes R&B-Album:

“Jennifer Hudson” von Jennifer Hudson

Beste Rap-Solodarbietung:

“A Milli” von Lil Wayne

Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe/ Rap:

“Swagga like us” von T.I. & Jay-Z & Kanye West & Lil Wayne

Beste Zusammenarbeit Rap/ Gesang:

“American Boy” Estelle featuring Kanye West

Bester Rap-Song:

“Lollipop” von Lil Wayne

Bestes Rap-Album:

“Tha Carter III” von Lil Wayne

Kanyeezy hat zwei Grammys in Nebenrollen mitnehmen können, aber sein Album ging leer aus. Die Awards für Lil Wayne wundern niemanden, das Album ist über jeglichen Zweifel erhaben und A Millie und Lollipop sind auch echte Kracher. Dass die Jungs Swagger haben, haben T.I., Jigga,, Yeezy und Weezy schon längst bewiesen, nun dafür noch der Grammy.

(Martin)

Kopfsport – Hart aber Herzlich

Deutschland, HipHop, Review 1 Comment

Ich weiß nicht ob man Kopfsport noch als Newcomer bezeichnen sollte, sind die Jungs Daster, Menace und First Strike schon seit ’98 unterwegs. Zunächst war jeder noch in unterschiedlichen lokalen Crews in Raum Augsburg/Landsberg (für die Unwissenden: ca. 80km von München entfernt)  tätig. Nach der Mitarbeit Dasters auf einer Ep von Menace beginnt man zusammenzuarbeiten und sind seit 2007 unter dem Namen Kopfsport bekannt.
Letztes Jahr waren sie unter anderem am genreübergreifenden Augsburger Stadtsampler “11-Tausend – Deine Stadt Dein Ding“ beteiligt. Außerdem gab es Auftritte im BR und auf lokalen Festivals.
So weit zur Geschichte, hier liegt nun das Debütalbum „Hart aber Herzlich“ vor mir, es finden sich 10 Tracks und 3 Remixe auf der Scheibe.
Was einem beim ersten Durchhören sofort auffällt ist, dass die Beats sehr melodisch sind und die Texte sehr lyrisch und inhaltvoll. Mir gefallen auch die zahlreichen Cuts von First Strike, man fühlt sich wieder so ans Ende der 90er Jahre zurückversetzt.

Mit „Heiliger Rasen“ beginnt das Album gleich mit einem netten Burner konstruiert aus einem straight nach vorne gehenden Beat garniert mit Fußballmetaphern. Nach „Hart aber Herzlich“ ist das Album benannt. Zwar hat man das Sample schon das ein oder andere Mal gehört, aber es ist trotzdem ein ganz netter Representer herausgekommen. „Schiffschaukel“ ist dann wieder ein eher nachdenklicher Track und genau dieser Typ von Song gefällt mir bei Kopfsport. Lyrisch ausgefeilte Texte mit Niveau auf samplebasiertem Boom-Bap. Das ganze Album ist sehr kohärent, es macht daher wenig Sinn auf weitere Tracks einzugehen, dennoch hat jeder Song ein eigenes Konzept und transportiert einen eigenen Vibe.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass der Flow gelegentlich etwas holprig ist („Mamacita“) und man die Remixe nicht unbedingt gebraucht hätte.
Meine Empfehlung ist aber dennoch: Supportet den Nachwuchsact und kauft euch die Scheibe, hier steckt echt Herzblut drin, ihr werdets nicht bereuen. Man kann das ganze direkt auf www.kopfsport.com bestellen, der Preis von 10 Euro ist sehr fair, zudem gibt’s dort auch den Free Track „Mamacita“. Demnächst gibts das ganze auch auf ITunes, sowie in eurem Plattenladen.

8/10

« Previous Entries Next Entries »